

Im Sommer 2024 habe ich mir ein Set aus XTAR LC8 und 12x XTAR AAA 1200 mAh (grün) bestellt. Man könnte diese Bestellung rückwirkend als Schlüsselmoment betrachten, denn ab da habe ich angefangen 1,5V Akkus zu bestellen und testen, obwohl ich sie gar nicht brauchte. Das bestellte Set war nicht ganz ideal damals, genauer gesagt das Ladegerät.
Mit diesem Review möchte ich meine Erfahrungen bzgl. 1,5V Ladegeräten teilen, worauf sollte man achten, und auch auf ein Gerücht eingehen, dass auch ich vor 2 Jahren geglaubt habe.
XTAR bietet einige optisch und technisch sehr ähnliche Ladegeräte an. Um diese besser zu unterscheiden, hier eine Übersicht:
| NC8 | LC4 | LC8 | BC4 | BC8 | L4 | L8 | L4 Pro | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Status LED je Schacht: | ![]() |
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Display |
| Lädt NiMH Akkus: | ![]() |
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| Ladestrom NiMH: | je 500 mA (AA/AAA) | |||||||
| NiMH Refresh: | ![]() |
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| Lädt 1,5V Li-Ion Akkus: | ![]() |
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Das LC8 was ich damals bestellt hatte, war aus mehreren Gründen nicht ideal (für meinen Anwendungsfall): Es hatte keine Status LEDs über den Schächten und es konnte nur 1,5V Akkus laden, aber keine NiMH Akkus. Für die im Set enthaltenen Akkus hat es funktioniert, und da die Status LED bei diesem Akkus am Pluspol des Akkus selbst integriert war, funktioniert das LC8 auch in Kombination mit diesem Akkus. Hat man aber andere 1,5V Akkus geladen, die keine integrierte LED hatten, wusste man nicht, wann der Ladevorgang beendet war.
Da ich neben mittlerweile sehr vielen 1,5V Akkus auch immer noch sehr viele NiMH Akkus habe, und ich ein Ladegerät das beides unterstützt sehr praktisch finde, habe ich mir vor mehr als einem Jahr das L8 bestellt. Und wenig später kam noch ein zweites Exemplar hinzu, denn insbesondere in der Vorweihnachtszeit gibt es sehr viele Akkus die ständig geladen werden müssen.
Die Möglichkeit beide Akkutypen zu laden ist besonders praktisch, wenn mehrere Menschen im Haushalt leben. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, aber ich behaupte, die meisten Menschen kennen nicht einmal 1,5V Akkus und selbst wenn doch, können sie die bei einem flüchtigen Blick nicht von NiMH Akkus unterscheiden. Für viele Menschen gibt es Batterien (entsorgen wenn leer) und Akkus (laden wenn leer). Darauf zu achten, ob es ein 1,2V oder ein 1,5 Akku ist und dann in das richtige Ladegerät zu stecken, kann man von technikaffinen Mitmenschen erwarten. Wer das leben aber etwas bequemer machen möchte, der nimmt ein Ladegerät, dass beide Akkutypen unterstützt und automatisch erkennen kann.
Genau das ist das XTAR L8. Ein Ladegerät für beiden Akkutypen, die automatisch erkannt werden. Einstellmöglichkeiten gibt es nicht, ebenso kein Display. Aber wenn mal wieder viele Akkus aus LED-Lichterketten, LED-Kerzen, Kinderspielzeug, etc. geladen werden müssen, ist das XTAR L8 genau richtig.
Die 1,5V Akkus die keinen integrierten USB-C (früher Micro-USB) Anschluss haben, müssen über die Pole geladen werden, klar. Die meisten Modelle die einen integrierten Anschluss haben, kann man alternativ auch über die Pole laden. Aber das funktioniert nicht bei allen Modellen. Mittlerweile habe ich 61 verschiedene Modelle von 1,5V Akkus getestet und einige wenige Modelle ließen sich nicht über die Pole laden. Weder mit dem XTAR L8, noch mit einem anderen Ladegerät für 1,5V Akkus. Die Modelle sind:
Das ist kein „Fehler“ des Ladegerätes oder eine Inkompatibilität. Diese Akkus sind so gebaut, dass sie nicht über die Pole geladen werden können. Die Aussage, alle 1,5V Akkus können mit jedem 1,5V Ladegerät geladen werden, stimmt also nicht. Selbst wenn man sehr alte Akkus wie die Kentli, die ein proprietäres Ladegerät benötigten nicht berücksichtigt.
In den letzten Monaten habe ich aber auch noch eine weitere Beobachtung gemacht, die dieser Aussage widerspricht. Akkus die einen LR Spannungsverlauf haben (Dracutum, Zepath, VERICO LoopEnergy AAA 1125 mWh, XTAR LR) konnte ich nicht in der „Ladeschale“ von Hixon laden. Die Akkus wurden anscheinend als NiMH Akkus erkannt und entsprechend nicht geladen. Denn die Hixon Ladeschale kann nur 1,5V Akkus laden.

Ladeschale ist ein gutes Stichwort. Nahezu alles was 1,5V Akkus laden kann, wird als Ladegerät bezeichnet. Diese Bezeichnung ist meiner Meinung nach aber meistens falsch. Die Ladeelektronik die die Spannung und den Strom begrenzt, damit die Zelle im Inneren des Akkus richtig geladen wird, befindet sich im Akku selbst. Mit Ausnahme von Szempty, Ansmann und dem Keeppower P1450U2, könnte ich alle bisher getesteten 1,5V Akkus laden, indem ich ein x-beliebiges 5V Netzteil nehme (das muss nicht einmal ein USB-Netzteil sein), den Stecker abschneiden und die losen Kontakte hält man an die Pole des Akkus. Und der Akku wird geladen. Kontrolliert mit einer CC-CV Kennlinie. Weil die Ladeelektronik im Akku selbst ist. Und weil das so ist, sind diese „Ladegeräte“, die man bei Hixon, Imuto(-derivaten), Koshare, Pujimax oder Keppower dazu bekommt auch keine Ladegeräte, sondern Ladeschalen. Sie sind einfach ein physischer Adapter, der von (meistens) USB-C auf eine andere Bauform die 5V weiterleitet.
Zwar besitzen diese Ladeschalen manchmal ein bisschen Elektronik, aber zum Laden der Akkus selbst wird die nicht benötigt. Bestes Beispiel ist hier die weiße Ladeschale von Hixon. Die LEDs werden natürlich gesteuert, aber auch das funktioniert mehr schlecht als recht. Denn berührt man den Pluspol eines der Ladeschächte, leuchtet die rote LED des Schachts auf. Rot leuchten, bedeutet eigentlich es wird geladen, obwohl gar nichts geladen wird. Beim XTAR L8 passiert das nicht. Das die Ladeschale von Hixon anscheinend eine Erkennung hat, die verhindern soll das eingelegte NiMH Akkus überladen werden ist prinzipiell gut. Wenn diese Erkennung aber NiMH und 1,5V Akkus mit LR Spannungsverlauf nicht unterscheiden kann, ist das kein richtiges Ladegerät. Es ist eine Ladeschale für die mitgelieferten Akkus. Dafür funktioniert sie auch. Aber eben nur dafür.
Mit dem XTAR L8 habe ich in den letzten Monaten über 100 verschiedene Modelle von 1,5V und NiMH Akkus geladen. Vermutlich sind es mittlerweile mehr als 1000 Ladevorgänge die dieses Ladegerät absolviert hat. Kein einziges Mal kam es zu einer fehlerhaften Erkennung zwischen 1,5V und NiMH Akkus. Auch Akkus mit LR Spannungsverlauf werden korrekt als 1,5V Akku erkannt.
Ja, auf ein Display und tiefgreifende Analysen muss man bei diesem Ladegerät verzichten. Aber muss man bei jedem Ladevorgang wissen welchen Innenwiderstand der Akku hat? Falls dir das wichtig ist, dann ist das XTAR L8 nichts für dich. Aber wenn du dir oder deiner Familie ein Universalladegerät für 1,5V und NiMH für AA und AAA hinstellen möchtest, dass einfach nur zuverlässig die Akkus auflädt, dann ist das XTAR L8 genau richtig.
Den einzigen „Kritikpunkt“ den ich hätte ist der Ladestrom. 500 mA sowohl für AA als auch für AAA ist etwas unausgewogen. 300mA (AAA) und 700mA (AA) wäre meiner Meinung nach etwas besser gewesen.
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