Bosch PBA 18V 2,5Ah im Test

Juli 2026




Einleitung und Transparenzhinweis:

Anfang Juni lagen plötzlich zwei 18V Akkus von Gardena auf der Werkbank. Sie waren von der Schwiegermutter. Sie braucht diese Akkus für ihren kleinen Rasenmäher und sie sagt, die Akkus laden nicht mehr, der Rasenmäher funktioniert auch nur noch sehr kurz.

Bisher habe ich, außer einem proprietären 18V Akku von/für Worx keine weiteren 18V Akkus getestet. Aber ich wollte meine eigenen von Parkside schon lange einmal prüfen. Und da ich für diesen Test ohnehin Vergleichswerte benötige, war die Gelegenheit günstig. Fehlt nur noch ein Messaufbau.

Die Atorch DL24 ist etwas schwach, denn sie kann maximal 150 Watt abrufen. Auch für die kleinen Powertoolakkus (2,0 Ah; 2,5Ah) ist das keine große Herausforderung. Denn bei 20V die diese Akkus anfangs haben, bedeutet das maximal 7,5A für den gesamten Akku und auch für jeden Zelle. Denn 18V Akkus bestehen immer aus 5 Zellen die in Reihe geschaltet sind. Bei größerer Kapazität sind es dann zweimal/dreimal fünf Zellen die in Reihe geschaltet sind. Bei denen verteilt sich die Gesamtstromstärke auf alle Gruppen.

Um wenigsten in die Nähe einer Last zu kommen die diese Akkus fordern würde, habe ich kurzerhand eine zweite Atorch DL24 genutzt. Damit lassen sich immerhin bis zu 15A bzw. in der Spitze bis zu 300 Watt abrufen. Der Adapter ist Marke Eigenbau. Die Kontakte sind geschraubt:




Sämtliche für diesen Test verwendeten Geräte, Messinstrumente, Akkus und Zubehörteile wurden privat erworben. Es handelt sich nicht um einen Werbe- oder Sponsoringtest. Keine der genannten Marken oder Hersteller (z. B. Gardena, Bosch, Parkside, Atorch usw.) hatte vor der Veröffentlichung Kenntnis von diesem Test oder Einfluss auf dessen Durchführung und Ergebnisse. Alle genannten Preise in diesem Review beziehen sich auf Mitte Juni 2026.



Bestandsaufnahme:

Wie gut (oder schlecht) sind die Akkus von Gardena nun? Laut Aufdruck wurden sie 09/2020 produziert, also etwa 5 Jahre alt. Genutzt wurden sie nur alle zwei Wochen einmal im Rasenmäher um ein sehr kleines Stück (~10m²) zu mähen. Da man im Winter keinen Rasen mähen muss und die Besitzerin auch keine anderen Werkzeuge hat, in denen die Akkus genutzt werden könnten, dürften die Akkus gar nicht so viele Zyklen hinter sich haben. Ich schätze es auf unter 100 Zyklen.




Eigentlich sind 100 Zyklen wenig für Li-Ionen Akkus. Aber diese Akkus von Gardena haben nur noch rund die Hälfte der Kapazität, die sie ursprünglich einmal hatten. Und bei 7,5A (etwa 130 Watt) brechen sie sehr schnell zusammen.

Hat Gardena vielleicht sehr schlechte Zellen verbaut oder ist das möglicherweise gar kein originaler Akku? Fälschungen gibt es schließlich heutzutage fast überall. Ich denke schon, dass das ein originaler Akku ist. Die Zellen sind von LG (ICR18650-HE4) und mit 2500 mAh und 20A (CDR) sind übliche Zellen verbaut. Nur sind diese Zellen ziemlich platt. Der Innenwiderstand der fünf Zellen des Akkus den ich geöffnet habe, lag bei 31 bis 35 mOhm. Eigentlich sollte der bei unter 20 mOhm liegen. Ein weiterer Faktor: Die LG Zellen sind nicht besonders haltbar. Im Datenblatt steht 200 Zyklen (20A) und 300 Zyklen (10A). Die 10A beim Entladen kommen etwa hin (da die Akkus ausschließlich im Rasenmäher genutzt wurden). Geladen wurden sie mit einem 3A Ladegerät.

Der entscheidendste Punkt, warum die Akkus platt sind, ist aber die Handhabung. Benutzen --> voll laden --> 2 Wochen vollgeladen liegen lassen. Das killt jeden Akku. Natürlich möchte man keine Akkus leer weglegen. Denn wenn man sie braucht, sollen sie ja einsatzbereit sein. Ja, das ist nachvollziehbar. Aber dann muss man damit leben, dass man nach weniger als 100 Zyklen Sondermüll hat.



Welche Leistung kann man so einem kleinen 18V Akku erwarten:

Manch einer mag die 90W die die Gardena Akkus noch liefern konnten, schon für hoch halten. Und ja, für ein Radio, einen LED-Aufsatz oder einen Mähroboter mag das auch noch reichen (bei halber Laufzeit, da die Kapazität etwa 50% geringer ist). Aber es heißt nicht umsonst Akku für Powertools. Weil die Tools viel Power brauchen. Aber wie viel muss so ein kleiner 2,5Ah Akku leisten? Ich habe zum Vergleich mal einen 2Ah Akku von Parkside getestet:




Long Story Short: Auch mit 300 Watt (peak) und 250 Watt (durchschnittlich) bekommt man so einen kleinen Akku nicht in die Knie gezwungen.



Reparieren, reparieren lassen oder neu kaufen?

Die Gardena Akkus gehören zur Serie „Power for All Alliance“. Dazu gehören Bosch, Gloria, Gardena, Husqvarna und einige andere Marken. Ihre Akkus sind mechanisch und elektrisch kompatibel zueinander. Vielleicht kann man ja ein paar Euro sparen, wenn man die Akkus von einem der anderen Marken kauft? Und was kosten die Akkus von Gardena eigentlich?

Ein Blick in den Preisvergleich zeigt, die 2,5Ah Akkus von Gardena haben Anfang des Jahres noch ab 30€ gekostet. Derzeit liegt das günstigste Angebot bei 58€. Pro Akku! Bei Hornbach gibt es die Bosch 4Ah für 37€ (10x 18650). Dieser ist aber zu groß, in den Rasenmäher müssen zwei kleine Akkus laut Besitzerin. Ob ein 4Ah mit 5x 21700ern hineinpasst, weiß ich auch nicht. Der wäre zwar nur minimal breiter als das 2,5Ah Modell mit 18650er Zellen, aber mit mindestens 65€ plus Versand ebenfalls nicht gerade günstig.

Was braucht man um die Akkus zu reparieren? Erst einmal 10 neue Zellen. Gut und günstig:

  • EVE 25P - 18€
  • EVE 30P - 25€
  • DMEGC 25P - 17€
  • DMEGC 30P - 20€
  • Tenpower 25PG - 22€

Das sind die günstigen Zellen (Gesamtpreise für 10 Zellen), zzgl. Versandkosten. Die meisten davon sind bei nkon nicht lieferbar und bei anderen Shops wird es deutlich teurer. Und dann braucht man noch ein Punktschweißgerät. Die gibt es ab 30€ bei Amazon*. Ob und ab welcher Preisklasse die etwas taugen, weiß ich nicht. Denn ich habe keins.

Aber vielleicht können Handy-, PC-, Notebook-Reparaturshops die Akkus einbauen. Immerhin waren 18650er früher in Notebooks eine gängige Größe. Aber alle Reparaturshops die ich angerufen habe, haben abgelehnt.

Gibt es vielleicht etwas günstigere Alternativen? Alternative Akkus findet man bei Amazon reichlich. NoName im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Akkus haben gar keine Namen bzw. keinen Hersteller. Nicht mal irgendeinen generischen Namen wie es bei vielen anderen Produktgruppen mittlerweile üblich ist. Und mit Alternativen 18V Akkus hatte ich letztes Jahr auch nicht so gute Erfahrungen gemacht. Also nochmal ein Blick in den Preisvergleich geworfen. Originaler Gardena PBA 18V 2,5Ah ab etwa 60€. Als Starterkit kostet der gleiche Akku mit Ladegerät immerhin nur noch 50€. Und wenn statt Gardena, das Starterkit von Bosch ist, kostet es plötzlich nur noch knapp 22€*.

Bei dem Preis muss man über eine Reparatur nicht mehr nachdenken. Zwei Akkus für 44€ und zwei Ladegeräte gibt es auch noch dazu. Vermutlich sind die Starterkit nur so günstig, um die Leute ins System zu locken. Mit den Starterkits verdient man kein Geld, erst mit den Geräten die die Leute dann kaufen, weil sie sich denken „Wo ich den Akku und das Ladegerät eh schon habe, kann ich mir doch das Werkzeug auch noch kaufen“.



So gut sind die Akkus von Bosch:

Kurzerhand habe ich zwei dieser Startersets bestellt. Eins habe ich aufgeschraubt, welche Zellen verbaut wurden, hat mich interessiert.




EVE 25P, keine schlechte Wahl. Die Akkus sind also aus China, der Rest „Made in Ungarn“ laut Karton. Ein Stück weit traurig, dass auch bei Bosch nicht mehr viel von „Made in Germany“ geblieben ist. Aber gute (und auch schlechte) Akkus kommen heutzutage nun mal auch China, nicht aus Deutschland. Mit EVE 25P Zellen sollten die beiden gekauften Akkus sehr gut sein. Aber: Wissen ist gut, Kontrolle ist besser:




Ähnlich wie der 2Ah Akku von Parkside, sind die 2,5Ah Akkus von Bosch ziemlich unbeeindruckt von den maximal 300 Watt die mein Messaufbau simulieren kann. Genau das darf man - auch von diesen kleinen Akkus - erwarten. Typischerweise sind Zellen verbaut die 20A schaffen. Bei einigen „Power“ Serien auch Zellen in tabless Bauweise. Die schaffen dann auch 30A und mehr. Dauerhaft, wohlgemerkt.



Fazit:

Ich war auf der Suche nach Ersatz für Gardena Akkus. Am günstigsten waren am Ende die Starterkits von Bosch. Ein Einzelkauf wäre teurer gewesen und so habe ich auch gleich noch mehrere Ladegeräte dazubekommen. Statt Gardena, steht jetzt Bosch auf den Akkus, eine Ladeanzeige haben sie jetzt auch und die Zellen sind „alte Bekannte“. Hoffentlich halten sie länger als die LG Zellen in den alten Gardena Akkus.



Weiterführende Links:

Eine Übersicht aller getesteten 18V Akkus findest du hier.


Hier kannst du diesen Akku bzw. gute Alternativen kaufen:



Für meine Tests verwende ich unter anderem dieses Equipment:

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird Akkutests am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für dich steigt.