

Eigentlich wollte ich meine Akkus von Parkside schon vor längerer Zeit einmal testen. Im Zuge des Reviews zu den alten 18V Gardena Akkus die jetzt durch Bosch ersetzt wurden, fand ich endlich Zeit dafür.
Die Parkside Akkus sind - bezogen auf das Herstellungsdatum - nicht mehr ganz neu, wurden aber alle nur sehr wenig genutzt (weniger als 10 Zyklen). Da ich ohnehin jeden Akku den ich teste mindestens 3 vollständige Zyklen vor dem Test absolvieren lasse, auch 3,6V Akkus manchmal mehrere Monate im Schrank liegen bevor ich die Zeit finde sie zu testen, sind die getestet Parkside Akkus genau so neu/nicht mehr ganz neu wie alle anderen Akkus auch die ich teste.
Neben den bereits vorhandenen PAP 20 Bx wollte ich eigentlich auch noch einen PAP 204 A1 testen, die waren im Juli im Angebot. Aber wie so oft: In der Filiale nach wenigen Minuten ausverkauft.
Sämtliche für diesen Test verwendeten Geräte, Messinstrumente, Akkus, Ladegeräte und Zubehörteile wurden privat erworben. Es handelt sich nicht um einen Werbe- oder Sponsoringtest. Keine der genannten Marken oder Hersteller hatte vor der Veröffentlichung Kenntnis von diesem Test oder Einfluss auf dessen Durchführung und Ergebnisse. Alle genannten Preise in diesem Review beziehen sich auf Juli 2026.
Parkside hat einige „20V“ Akkus, ich werden in diesem Review aber nur auf die Modelle eingehen, die unter dem Markennamen „X20V“ verbrieben werden. Ältere, zum Teil mechanisch inkompatible Modelle beinhaltet die nachfolgende Übersicht nicht:
Sie bestehen aus 18650er Zellen mit 2000 mAh. Im kleinsten Modell sind 5 Zellen in Reihe verbaut, im 4Ah Modell sind es 10 Zellen. Ein Modell mit 15 Zellen (6Ah) hat es meines wissens nie gegeben. Diese Akkus sind nicht smart (was auch immer genau man darunter verstehen möchte), sie besitzen auch kein Bluetooth.
| Bis Ende 2025 | Ab Anfang 2026 | |
|---|---|---|
| 2 Ah | PAP 20 A1* PAP 20 B1** |
PAP 202 A1 |
| 4 Ah | PAP 20 A3* PAP 20 B3** |
PAP 204 A1 |
Sie bestehen aus 21700er Zellen mit 4000 mAh. Im kleinsten Modell (4Ah) sind 5 Zellen in Reihe verbaut, im 8Ah Modell sind es 10 Zellen, im 12 Ah Modell sind es 15 Zellen. Die Akkus wurden früher unter dem Begriff Performance beworben, mittlerweile werden sie als „smart Akku“ vertrieben. Sie können dank Bluetooth und der Parkside App überwacht und konfiguriert werden.
| Bis Ende 2025 | Ab Anfang 2026 | |
|---|---|---|
| 4 Ah | PAPS 204 A1 PAPS 204 B1 |
PAPP 204 A1 |
| 8 Ah | PAPS 208 A1 | PAPP 208 A1 |
| 12 Ah | PAPS 2012 A1 | PAPP 2012 A1 |
Bevor Parkside etwa 2019 ihre X20V-Team Sortiment eingeführt hat, gab es sehr ähnlich aussehende Akkus, einige wurden auch unter dem Namen Performance verkauft. Diese sind allerdings nicht kompatibel mit den Akkus der X20V Reihe. Die damaligen Modelle hießen PABS 18-Li, PSBSA 18-Li, PABS 20-Li oder PWSA 20-Li.
Bevor ich mir 2023 den ersten Parkside Akku gekauft habe, hat mich die Angabe 20V stutzig gemacht. Wie kommt man auf eine nominelle Spannung von 20V? Das geht weder mit 5, noch mit 6 Zellen. Ist es vielleicht gar nicht die nominelle Spannung? X20V-Team ist definitiv nur ein Marketing und/oder Handelsname, aber es wird immer mit 20V geworben, nie mit 18V. Und tatsächlich, auch auf den Akkus steht 20V. Und auch die Energiemenge wird mit dieser nominellen Spannung berechnet (20V * 4 Ah = 80 Wh).

Sowohl die 20V, als auch die 80Wh (bzw. 40Wh beim 2Ah Modell, 160Wh beim 8Ah Modell und 240 Wh beim 12Ah Modell) sind schlichtweg falsch. Parkside nutzt 5 Zellen, wie viele andere Hersteller auch und hat damit ein 18V Akkusystem. Es hat nicht 2V mehr als die der Konkurrenz und die Energiemenge auf allen verkauften Akku ist rund 10% höher angegeben als sie tatsächlich ist. Persönlich finde ich es etwas merkwürdig, dass Parkside damit seit Jahren keine Probleme bekommt. Wenn auf der Packung Milch im Lidl 1 Liter draufsteht, müssen da auch 1 Liter drin sein. Wären da nur 900 ml drin, wären die Verbraucherschutzzentrale ganz schnell auf der Matte. Verkauft Lidl Akkus auf denen 80Wh steht, die aber nur 72 Wh speichern können, dann sind die fehlenden 10% anscheinend … unbedenklich.
Dieses Versprechen stimmt, ist aber auch nichts Besonderes. Tatsächlich ist das Verhältnis zwischen Nennkapazität und Entladestrom, der sogenannte C-Wert oder auch C-Rate genannt sogar schlechter. Der kleinste Standardakku hat 2Ah. Der gleichgroße Performance (smart) Akku hat 4Ah. Damit ist die Kapazität doppelt so hoch, bei gleicher Baugröße. Der C-Wert ist aber 15% schlechter. Je höher der C-Wert, je eher ist ein Akku(-pack) hochstromfähig. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass das 21700er Zellformat seit Jahren DER Industriestandard ist, ist eine Verschlechterung des C-Wertes sogar schon fast etwas peinlich. Aber die Marketingabteilung bei Parkside war clever, sie haben einen Vergleich gewählt in dem die deutlich teureren Performance Akkus besser aussehen. Und ja, bei gleicher Baugröße liefern die Akkus vermutlich 70% höheren Entladeströme. Technisch wäre heute auch eine Verdreifachung der Kapazität statt nur einer Verdoppelung möglich und gleichzeitig 100% höhere Entladeströme.
Nein, haben sie nicht. Es sind Akkus mit einer nominellen Spannung von 18V. Parkside schummelt sich rund 10% mehr Spannung und damit einhergehend auch rund 10% mehr Energie zusammen, die die Akkus schlicht nicht haben. Sieht man auch sehr schön im Vergleich zu anderen Marken, die tatsächliche Spannung ist nicht höher als bei anderen 18V Systemen:



Obwohl zwei der drei Akkus bereits vor fast 3 Jahren hergestellt wurden (gekauft wurden sie deutlich später) ist ihre Leistung wie die eines neuen Akkus. Sie sind nicht gealtert und haben bisher auch keinen Kapazitätsverlust wie man im Vergleich zum Exemplar das 2025 produziert wurde schön sehen kann. Und obwohl die Akkus nur auf 2,7V pro Zelle entladen wurden (weil das praxisnah ist), erreichen die getesteten Exemplare ihre 2 bzw. 4 Ah nahezu punktgenau.
Die 40 bzw. 80 Wh die Parkside verspricht erreichen die Akkus hingegen nicht. Warum die Akkus diese Werte nicht erreichen können, hatte ich eingangs bereits erklärt. 36 bzw. 72 Wh darf man erwarten und diese Werte werden auch erreicht.
Für diejenigen die es noch nicht wissen, mittlerweile gibt es für fast jedes Akkusystem einen Adapter für das Akkusystem eines anderen Herstellers. Du hast viele teure Makita Geräte, möchtest aber nicht die teuren Makita Akkus kaufen? Dann kauf dir die Parkside Akkus, die sind immer mal wieder bei Lidl und Kaufland im Angebot, auch mit passendem Ladegerät. Und dann brauchst du nur noch einen Adapter:
Für weitere Adapter zu Worx, DeWalt, Ryobi oder Metabo wird man sicherlich auch fündig, wenn man etwas sucht.
Obwohl zwei der drei getesteten Akkus bereits vor fast 3 Jahren hergestellt wurden, sind die Messwerte wie bei einem neuen Akku. Die Kapazität die Parkside angibt stimmt. Bei der angegebenen Energie ist die Marketingabteilung hingegen ziemlich kreativ geworden. Die aufgedruckten Werte sind in der Theorie nicht nachvollziehbar und der Test bestätigt es. Parkside schreibt generell 10% mehr auf ihre Akkus als tatsächlich gespeichert werden kann.
Eine Übersicht aller getesteten 18V Akkus findest du hier.
Hier kannst du diesen Akku bzw. gute Alternativen kaufen:
Für meine Tests verwende ich unter anderem dieses Equipment:
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