
Auf viele schöne Bilder verzichte ich in meinem Powerbank Reviews. Ich konzentriere mich auf die technischen (inneren) Werte. Ebenso verzichte ich auf Angaben der (m)Ah bei meinen Messungen, da sie ohne dazugehöre Spannung nichts aussagen. Der Artikel wurde mir weder vergünstigt noch kostenlos zur Verfügung gestellt. Es wurde zum regulären Preis (9,99 €) erworben.
Mit der P28D verspricht die Marke MAOMAOCON eine 20.000 mAh Powerbank für gerade einmal 10 €. Optische identische Modelle findet man aber auch unter vielen weiteren Namen. 74Wh soll sie speichern können, mit bis zu 18W geladen und 22,5W entladen werden. Das sind keine Spitzenwerte, aber für die meisten Verbraucher im Alltag ausreichend. Wenn diese Leistungsdaten stimmen, sind 10€ ein sehr guter Preis.
Das Display der Powerbank kann den Ladezustand in Prozent anzeigen und ein Symbol zeigt an, ob eine Schnellladeprotokoll gerade aktiv ist (sowohl beim Laden als auch bei Entladen). Mit einem kleinen Schalter an der Seite lässt sich das Display aktivieren, auch wenn kein Verbraucher angeschlossen ist. Mit einem Doppelklick lässt sich der gerade in Verwendung befindliche Port deaktivieren. Aktiviert wird er über einen einfachen Klick. Alternativ kann man auch einen Verbraucher, an einen der anderen Ports anschließen. In diesem Fall wird nur der neu verbundene Port aktiviert, der Port an dem bereits ein Verbraucher hängt, bleibt deaktiviert.
Die Powerbank bieten drei Ports: USB-A (out), USB-C (in/out) und USB-A (out), wiegt 229g und hat die Maße 13,8*6,9*1,7 cm. Eine vermutlich ältere Variante dieser Powerbank hatte über bzw. unter dem USB-C Anschluss noch einen Micro-USB Anschluss. Dieser ist in den Leistungsdaten die auf dem Karton stehen auch noch aufgeführt, verbaut ist der Anschluss allerdings nicht mehr.
| USB-A (1) | USB-C | USB-A (2) | |
|---|---|---|---|
| Input (Herstellerangabe) | - | 5V / 3A / 15W 9V / 2A / 18W |
- |
| Input (Messung) | - | 5V / 1,5A / 7W (5,9 h) 9V / 2,1A / 19W (2,8 h) |
- |
| Output (Herstellerangabe) | 5V / 3A 9V / 2,22A 12V / 1,67A |
5V / 3A 9V / 2,22A 12V / 1,67A |
5V / 3A 9V / 2,22A 12V / 1,67A |
| Output (unterstützte Protokolle) | PD: --- QC 2.0: 5V; 9V; 12V QC 3.0: 12V PPS: --- |
PD: 5V; 9V; 12V QC 2.0: 5V; 9V; 12V QC 3.0: 12V PPS: 5-5,9V 3A // 5-11V 2A |
PD: --- QC 2.0: 5V; 9V; 12V QC 3.0: 12V PPS: --- |
| Output Single-Port (Messung) | 5V / 3,2A 9V / 2,5A 12V / 1,8A |
5V / 3,2A 9V / 2,5A 12V / 1,8A |
5V / 3,2A 9V / 2,5A 12V / 1,8A |
| Output Multi-Port (Messung) | 5V / 3,2A | ||
| Interner Akku (Herstellerangabe) | 3,7 V / 20.000 mAh / 74 Wh | ||
| Interner Akku (abgeleitet aus Input und Output) | ca. 37 Wh 50% der Herstellerangabe |
||
1: basierend auf den maximalen Wh die tatsächlich entnommen werden konnten
2: Maximale Leistung die ein Port (kurzzeitig) abgeben kann.
3: Leistung die entweder dauerhaft bis zum vollständigen entladen geliefert werden kann, oder bis zum Zeitpunkt an dem die Powerbank die Leistung selbstständig drosselt (meist aufgrund thermischer Probleme).

Egal welche Port man verwendet, alle liefern die exakt gleiche Leistung von bis zu 22W.

Unter Volllast bleibt die Powerbank von außen recht kühl. Im Inneren scheint es im Bereich der Anschlüsse allerdings schon sehr warm zu werden. Dennoch wird die Leistung nicht gedrosselt.
22,5W steht drauf, bis zu 22 W können über einen einzelnen Port auch abgerufen werden. Die Powerbank arbeitet sehr effizient und kommt auf einen Gesamtwirkungsgrad (in-->out) von 86,4 %, sofern man sie mit 5V lädt und entlädt. Bei höheren Spannungen ist der Wirkungsgrad etwas geringer, was nicht unüblich ist. Allerdings dauert das Laden mit 5V sehr lange. Knapp 6 Stunden Zeit müssen hier eingeplant werden. Bei 9V geht es deutlich schneller, hier dauert es nur 2,8 Stunden.
Die Powerbank liefert die Ströme die sie liefern soll und die Spannungen liegen im erlaubten Rahmen. Was nicht mehr im erlaubten Rahmen liegt ist die Energie die die Powerbank angeblich speichern kann (74 Wh). Von diesem Wert ist der interne Akku leider meilenweit entfernt. Wenn nur 39,7 Wh für eine vollständige Aufladung hineinfließen, kann der Akku niemals 74 Wh speichern. Denn mindestens diese Menge an Energie müsste auch hineingeladen werden. Statt einer 20.000 mAh Powerbank, wird hier eine 10.000 mAh (36 bzw. 37 Wh) Powerbank geliefert. Ob es nur 10.000 oder 10.400 mAh sind, und ob man mit 3,6 oder 3,7V rechnet ist unwichtig. Maximal 34,3 Wh kommen heraus, 39,7 Wh fließen rein. Also liegt die Energie die diese Powerbank speichern kann zwischen diesen beiden Werten. 36/37 Wh erscheint hier ein realistischer Wert zu sein, was häufig als 10.000 mAh Powerbank vermarktet wird. Damit bekommt der Käufer dieser Powerbank gerade einmal 50% des Energiespeichers, der beworben und bezahlt wurde.
Die Powerbank selbst lädt mit bis zu 18W. Schließen ich mein Telefon an, wird das mit maximal 12W geladen (begrenzt durch das Telefon, nicht durch die Powerbank). Wie sieht es aber aus, wenn beides gleichzeitig angeschlossen ist?
Bei Nutzung mehrerer Ports stehen allen Ports nur 5V zur Verfügung. In die Powerbank fließen 17W (5V/3,2A). Das Telefon wird noch mit 6,2W geladen.
Wie sieht es mit der Nutzung als USV aus? Szenario1: Man möchte die Powerbank als USV an seinem heimischen Router verwenden. Der kann zwar nicht per USB mit Strom versorgt werden, aber einen USB-C auf Hohlstecker Adapter der eine festgelegte Spannung, z.B. 12V abruft, gibt es für unter einem Euro zu kaufen. Damit kann der Router im Notfall problemlos mit der Powerbank betrieben werden. Aber geht das auch unterbrechungsfrei? Nein. Da die Powerbank beim gleichzeitigen Laden und Entladen nur 5V bereitstellen kann, ist sie für das Szenario nicht geeignet.
Szenario2: Die Powerbank wird mit einem alten USB-Steckernetzteil versorgt das keine Schnellladeprotokolle kennt, nur 5V. An der Powerbank hängt ein Raspberry Pi, auch der kennt keine Schnellladeprotokolle, nur 5V. Fällt der Netzstrom aus, wird der Raspberry Pi ununterbrochen mit Strom versorgt und läuft weiter? Leider nein, auch hier kommt es zu einer kurzen Unterbrechung.
Auch eine Powerbank besteht aus mehr als nur trockenen Messwerten. Vor zehn Jahren war es schon ärgerlich genug, dass sie ausschließlich mit einer Kapazität in mAh beworben wurden – eine Angabe, die ohne Spannung kaum Aussagekraft hat. Mittlerweile haben die Hersteller dazugelernt: Heute findet man neben der Energie in Wh oft sogar Angaben, wie viele mAh bei welcher Spannung tatsächlich entnommen werden können. Teilweise wird sogar der Wirkungsgrad berücksichtigt – vor zehn Jahren undenkbar.
Dafür haben sie andere Wege gefunden, Dinge zu suggerieren, die in der Praxis so gar nicht existieren. Marketingversprechen nehmen immer mehr überhand – wohlklingende Schlagworte, die bei genauerem Hinsehen nichts Greifbares bedeuten. Oder dieselben „Features“, gleich mehrfach wiederholt, nur um den Eindruck zu erwecken, das Produkt wäre besonders fortschrittlich. Ich möchte diesem Thema keine langen Absätze widmen, es aber auch nicht unerwähnt lassen. Darum hier in kurzer Form – meine persönliche Bullshit-Checkliste:
Viele grüne Haken bedeutet, die Marketingabteilung hat einen richtig guten Job gemacht, aus Unternehmersicht. Aus Sicht der Konsumenten sieht das leider weniger positiv aus. Ein wirklich gutes Produkt überzeugt durch ehrliche Herstellerangaben und guter Leistung. Die anderen ... brauchen ein paar grüne Haken in dieser Liste.
Hätte man diese Powerbank mit realistischen 10.000 mAh beworben, wäre sie für 10€ kein schlechtes Produkt. Gutes Preis/Leistungsverhältnis, sehr effizient, ausreichende Leistung der Ports um mal ein Telefon oder andere kleine Geräte zu laden. Einziger Kritikpunkt wäre dann die lange Ladezeit bei 5V gewesen. Verschmerzbar wie ich finde, insbesondere da jeder heutzutage wohl eh die Schnellladefunktion nutzen würde. 100% mehr Wh (mAh) auf das Produkt zu schreiben als es tatsächlich hat, ist hingegen nicht mehr verschmerzbar. Das ist inakzeptabel und ein solches Produkt wird von mir auch keine Empfehlung erhalten.
Das die Marke MAOMAOCON nicht grundsätzlich mit stark übertriebenen Werten wirbt, zeigt der ebenfalls diesen Monat erschienene Test ihrer 1,5V Akkus.
Eine tabellarische Übersicht aller getesteten Powerbanks findet ihr hier. Dort findet ihr auch Infos wie ich teste, warum ich keine Kapazität (mAh) bei meinen Messungen angebe, sondern nur Energie (Wh) und auch eine Erklärung warum ich nicht mit einer einfachen Dreisatzberechnung behaupte, die wahre (interne) Kapazität einer Powerbank berechnen zu können, wie es manch anderer macht.
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