INIU P51 (20.000 mAh / 22,5 W / Mini) im Test

Januar 2026



Einleitung / Transparenzhinweis:

Die P51 ist die kleinere Variante der INIU BI-B5 mit ebenfalls 20.000 mAh und einer maximalen Leistung von 22,5W. Das Volumen ist 16% kleiner und auch das Gewicht wurde um rund 11% gesenkt. Das macht die P51 zu einer wirklich kompakten 20.000 mAh Powerbank. Die Frage ist, gibt es (versteckte) Nachteile gegenüber der BI-B5, oder ist die Leistung der P51 mit der der BI-B5 vergleichbar?

Nachfolgend eine Übersicht der Modellbezeichnungen, da diese zwischen Aufdruck auf dem Gerät selbst und der Herstellerwebseite abweichen:


Kapazität / Leistung Mini Version Normale Version
20.000 mAh / 22,5 W Carry P51-E2 (laut INIU Webshop)
P51 (laut Aufdruck)
Carry P51L-E1 (laut INIU Webshop)
BI-B5 (laut Aufdruck)
20.000 mAh / 45 W - Carry P51L-E2 (laut INIU Webshop)
P51L (laut Aufdruck)

Ich habe die P51 zu einem regulären Preis von 28,50 € bei Amazon gekauft.



Display, Bedienung, Anschlüsse:

Die P51 besitzt im Gegensatz zur normalgroßen Variante (BI-B5) einen USB-A Port weniger, dafür einen USB-C Port mehr. Beide USB-C Ports sind auch Eingänge, können aber nicht gleichzeitig als Eingänge genutzt werden. Tatsächlich gab es früher Powerbanks mit mehreren Eingängen, wie die vor 10 Jahren getestete EasyAcc PB20000MS. Bei dieser musste man auch beide Ports nutzen um schneller zu laden, denn USB konnte damals nur 5V. Ich vermute INIU hat bei der P51 beide USB-C Ports auch als Eingänge konzipiert, damit es keine Verwechselung gibt und man nicht aus Versehen den falschen Port verwendet.




Auch die P51 besitzt eine kleine LED, eine Art Notfalltaschenlampe. Sie lässt sich über einen Doppelklick aktivieren bzw. deaktivieren. Das Display kann nur den ungefähren Ladezustand in Prozent anzeigen



Herstellerangaben vs. Messwerte:



USB-C1 USB-C2 USB-A
Input (Herstellerangabe) 5V / 3A / 15W
9V / 2,22A / 20W
12V / 1,67A / 20W
-
Input (Messung) 5V / 3A / 15W (6,5 h)
12V / 1,67A / 20W (5 h)
-
Output (Herstellerangabe) 5V / 3A
9V / 2,22A
12V / 1,67A
(max 20W)
5V / 3A
9V / 2A
12V / 1,5A
(max 18W)
Output Single-Port (Messung) 5V / 3,3A
9V / 2,4A
12V / 1,7A
5V / 3,3A
9V / 2,5A
12V / 1,8A
Output (unterstützte Protokolle) PD: 5V; 9V; 12V; (max. 20W)
QC 2.0: 5V; 9V; 12V
QC 3.0: 12V
PPS: 5-5,9V 3A // 5-11V 2A (max. 22W)
PD: ---
QC 2.0: 5V; 9V; 12V
QC 3.0: 12V
PPS: ---
Output Multi-Port (Herstellerangabe) 15 W
Output Multi-Port (Messung) 5V / 3,3A
getestet: USB-A: 1,65A + USB-C: 1,65A
Interner Akku (Herstellerangabe) 7,4 V / 10.000 mAh / 74 Wh
Interner Akku (abgeleitet aus Input und Output) ca. 74 Wh
100% der Herstellerangabe



Vergleichsdiagramme:





Wie viel fließt rein, wie viel raus Powerbank Wirkungsgrad Powerbank Preis pro kWh Wh pro kg Wh pro Liter Watt an einem Port Wattstunden nach Leistung Ladezeit

1: basierend auf den maximalen Wh die tatsächlich entnommen werden konnten
2: Maximale Leistung die ein Port bzw. verteilt über mehrere Ports (kurzzeitig) abgegeben werden kann.
3: Leistung die entweder dauerhaft bis zum vollständigen entladen geliefert werden kann, oder bis zum Zeitpunkt an dem die Powerbank die Leistung selbstständig drosselt (meist aufgrund thermischer Probleme).



Spannungsverlauf nach Last:








Temperaturen:




Die Aufnahme wurde kurz vor Ende der 20W Messung aufgenommen. Die höchste Dauerlast meines Testparcours die die Powerbank ohne drosseln absolvieren konnte.



Low Current Mode / Low Charging Mode:

Laut INIU gibt es diesen Modus, separat aktiviert werden muss er nicht. Alle Ports sollen für 2 Stunden aktiv bleiben, wenn ein sehr kleiner Verbraucher angeschlossen ist. Ich habe den mittleren Port getestet und eine Last von 0,2W simuliert. Die Powerbank hat auch nach 24 Stunden nicht abgeschaltet.



Auswertung:

Die P51 ist tatsächlich eine verkleinerte BI-B5, ohne versteckte Haken. Auch sie liefert bis zu 20W im Dauertest und das sogar etwas effizienter, obwohl der interne Akku kleiner zu sein scheint. Aber der Reihe nach:

Die P51 benötigt etwas weniger Energie beim vollständigen Laden und gibt auch etwas weniger Energie ab bei sehr geringer Last im Vergleich zur Bi-B5.

Das deutet zumindest darauf hin, dass der Akku in der P51 etwas kleiner ist. Kleiner nicht im Sinne von „Tiny-Cells“ wie INIU es bewirbt, kleiner im Sinne von eher 19.000 statt 20.000 mAh. Das reduziert das Gewicht und das benötigte Volumen. Baut man die Platine jetzt noch sehr kompakt, lässt sich so eine sehr kleine Powerbank mit 20.000 mAh bauen. Und genau das hat INIU gemacht. Zugegeben, diese Powerbank ist wirklich sehr kompakt, das Wh/l Verhältnis ist das beste aller bisher getesteten Produkte. Aber man sollte die „30% kleiner als andere Powerbanks“ mit denen geworben wird auch relativieren. Sicherlich gibt es 20.000 mAh Powerbanks die deutlich größer sind als die P51. Die liefern aber wahrscheinlich auch 45 oder 65W. Diese Modelle sind immer ein gutes Stück größer. Ein ehrlicher Vergleich lässt die beworbenen 30% ganz schnell schrumpfen. Das Liter pro Wh Verhältnis zeigt, dass Volumen konnte bei gleicher Energiemenge um 11% reduziert werden im direkten Vergleich mit der normalgroßen Variante von INIU.

11 statt 30% klingen weit weniger eindrucksvoll, aber Marketingfolien sollte man generell kritisch hinterfragen, nicht nur bei INIU. Allerdings haben meine Tests noch weitere Unterschiede zwischen beiden Modellen zum Vorschein gebracht.

Da wäre z.B. die Ladezeit. Die P51 ist in 5 Stunden vollgeladen, die BI-B5 braucht 5,6 Stunden. Beide werden mit maximal 20 Watt geladen. Wie kann es da gut 10% Unterschied geben in der Ladezeit? Das hat zwei Gründe: Zum einen ist der interne Akku in der P51 sehr wahrscheinlich etwas kleiner als in der BI-B5 (etwa 5%), das reduziert natürlich auch die Ladezeit. Zum anderen werden Li-Ionen Akkus mit einer CC-CV Kennlinie geladen. In der CC-Phase wird mit konstantem Strom geladen (Constant Current) bis die Zellen 4,2V erreichen. Ab diesem Zeitpunkt sinkt der Ladestrom immer weiter, da die Zellen bei 4,2V (Constant Voltage) immer weniger Ladung annehmen. Wie lang die CC und CV Phase ist, entscheidet keine Ladeelektronik, sondern die Akkus selbst. Es gibt Akkus die haben eine sehr kurze CC Phase und eine sehr lange CV Phase. Das verlängert den Ladeprozess. Zellen bei denen die CV Phase sehr klein ist, sind hingegen schneller geladen. Bei gleichen maximalen Ladestrom natürlich.

Die P51 liefert zwar im Dauertest mit 5W etwas weniger Energie, aber je höher die Last wird, je besser wird sie. Zumindest im direkten Vergleich mit der BI-B5. Im Dauertest mit 20W, liefert sie dann sogar etwas mehr Energie als die BI-B5.

Auch das kann zwei Ursachen haben: Die Zellen in der P51 liefern bei höheren Strömen mehr Energie und/oder die Elektronik arbeitet effizienter. Punkte die für die P51 sprechen und einen höheren Preis rechtfertigen. Warum INIU das nicht bewirbt, da kann ich nur spekulieren. Vermutlich weil man damit gleichzeitig auch zugeben würde, "In die P51 bauen wir den Stand der Technik. Ins BI-B5 Modell verbauen wir ... günstigere ... Komponenten."

Abseits dieser kleinen Unterschiede, sind sich die beiden Modelle sehr ähnlich. Beide liefern bis zu 23W bei Nutzung eines Ports und maximal 17W, wenn mehrere Ports gleichzeitig genutzt werden. Auch der Gesamtwirkungsgrad ist mit 82 bzw. 81% ebenfalls auf ähnlichem Niveau.



Gleichzeitig Laden und Entladen (Pass-Through-Charging) und Eignung als USV:

Die Powerbank selbst lädt mit bis zu 20W. Schließen ich mein Telefon an, wird das mit maximal 12W geladen (begrenzt durch das Telefon, nicht durch die Powerbank). Wie sieht es aber aus, wenn beides gleichzeitig angeschlossen ist?

Bei Nutzung mehrerer Ports stehen allen Ports nur 5V zur Verfügung. In die Powerbank fließen 7 W. Das Telefon wird noch mit 4 W geladen.

Wie sieht es mit der Nutzung als USV aus? Szenario1: Man möchte die Powerbank als USV an seinem heimischen Router verwenden. Der kann zwar nicht per USB mit Strom versorgt werden, aber einen USB-C auf Hohlstecker Adapter der eine festgelegte Spannung, z.B. 12V abruft, gibt es für unter einem Euro zu kaufen. Damit kann der Router im Notfall problemlos mit der Powerbank betrieben werden. Aber geht das auch unterbrechungsfrei? Nein. Da die Powerbank beim gleichzeitigen Laden und Entladen nur 5V bereitstellen kann, ist sie für das Szenario nicht geeignet.

Szenario2: Die Powerbank wird mit einem alten USB-Steckernetzteil versorgt das keine Schnellladeprotokolle kennt, nur 5V. An der Powerbank hängt ein Raspberry Pi, auch der kennt keine Schnellladeprotokolle, nur 5V. Fällt der Netzstrom aus, wird der Raspberry Pi ununterbrochen mit Strom versorgt und läuft weiter? Leider nein, auch hier kommt es zu einer kurzen Unterbrechung.



Bullshit Checkliste:

Auch eine Powerbank besteht aus mehr als nur trockenen Messwerten. Vor zehn Jahren war es schon ärgerlich genug, dass sie ausschließlich mit einer Kapazität in mAh beworben wurden – eine Angabe, die ohne Spannung kaum Aussagekraft hat. Mittlerweile haben die Hersteller dazugelernt: Heute findet man neben der Energie in Wh oft sogar Angaben, wie viele mAh bei welcher Spannung tatsächlich entnommen werden können. Teilweise wird sogar der Wirkungsgrad berücksichtigt – vor zehn Jahren undenkbar.

Dafür haben sie andere Wege gefunden, Dinge zu suggerieren, die in der Praxis so gar nicht existieren. Marketingversprechen nehmen immer mehr überhand – wohlklingende Schlagworte, die bei genauerem Hinsehen nichts Greifbares bedeuten. Oder dieselben „Features“, gleich mehrfach wiederholt, nur um den Eindruck zu erwecken, das Produkt wäre besonders fortschrittlich. Ich möchte diesem Thema keine langen Absätze widmen, es aber auch nicht unerwähnt lassen. Darum hier in kurzer Form – meine persönliche Bullshit-Checkliste:

  • ❌ Auf Produktbildern wird die Powerbank in einer menschenlichen Hand gezeigt, im Vergleich sieht sie sehr klein aus. Ist das die Hand von Hulk? Und falls ja, warum ist sie nicht grün?
  • ❌ Maximalleistung wird immer wieder betont (das die nur für kurze Zeit zur Verfügung steht, erwähnt man leider kein einziges mal)
  • ✅ Technische Daten? Siehe Rückseite der Powerbank! Auf der Herstellerseite gibt es nur bunte Bilder und garantiert echte Bewertungen, schließlich ist auch ein Haken hinter der Bewertung
  • ❌ Vergleich zu einem ausgedachten Konkurrenzprodukt soll das eigene Produkt besser wirken lassen
  • ❌ Nicht existierende Schnellladeprotokolle werden beworben (z.B. SuperPD, PC 4.0, QC Ultra, SuperDuperSchnelladen 3.0, Turbo IntelliCharge 3.0 Ultra Plus Max, etc)
  • ✅ Das man Zellen mit hoher Energiedichte verwendet (auch bekannt als: Stand der Technik), wird als der heiße Scheiß verkauft, natürlich mit fancy Namen
  • ✅ Schutz vor Überladung, Tiefentladung, Überhitzung, Kurzschluss und Überlast sind wichtig. Nennen wir es 33-Layer KI-SmartSecurity-Technology mit Hyper-Safe Core Architecture
  • ❌ Es geht auch ohne Hauptwort - "50 Minuten zum Aufladen 75%" - Ja, ok. Aber was wird denn da aufgeladen und war es vor 50 Minuten vielleicht bei 71%?

Viele grüne Haken bedeutet, die Marketingabteilung hat einen richtig guten Job gemacht, aus Unternehmersicht. Aus Sicht der Konsumenten sieht das leider weniger positiv aus. Ein wirklich gutes Produkt überzeugt durch ehrliche Herstellerangaben und guter Leistung. Die anderen ... brauchen ein paar grüne Haken in dieser Liste.




Fazit:

Die P51 ist die kompakteste Powerbank die ich bisher getestet habe. Die Energie die pro Volumen geliefert werden kann, ist im Vergleich zur normalgroßen Variante aus gleichem Haus aber nur 11% besser. Von Werbeversprechen mit 30% sollte man sich nicht blenden lassen. Die Leistung ist gut, auch die Maximalleistung wird, trotz kompakter Bauweise, bis zum Schluss geliefert. Thermische Probleme wie beispielsweise bei der INIU P51L, treten hier nicht auf.




Weiterführende Links:


Eine tabellarische Übersicht aller getesteten Powerbanks findet ihr hier. Dort findet ihr auch Infos wie ich teste, warum ich keine Kapazität (mAh) bei meinen Messungen angebe, sondern nur Energie (Wh) und auch eine Erklärung warum ich nicht mit einer einfachen Dreisatzberechnung behaupte, die wahre (interne) Kapazität einer Powerbank berechnen zu können, wie es manch anderer macht.

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