

Die BAK N21700CX-65E hatten, Monate bevor sie tatsächlich erschienen ist, bereits einen Eintrag auf der Herstellerwebseite. Die genannten technischen Daten ähnelten damals denen des gerade ebenfalls vorgestellten Amprius SA112 sehr. 6500 mAh, eine nominelle Spannung von 3,5V und eine CDR von 13A. Meine Vermutung damals war, Amprius könnte ihr Modell bei BAK fertigen lassen und BAK hat die Lizenz erworben die Zelle unter eigenem Namen ebenfalls zu vermarkten. Als das Modell von BAK dann aber tatsächlich erschien, wurden aus 13 A plötzlich 19 bzw. 25,4 A, aus maximal 10mOhm wurden maximal 8mOhm und aus 3,5V wurden 3,54V, wie man auch auf dem Schrumpfschlauch lesen kann. Die N21700CX-65E scheint also doch kein Klon zu sein, sondern deutlich besser als die SA112. Wie viel besser, habe ich mir angeschaut.
Sämtliche für diesen Test verwendeten Messinstrumente, Zubehör und der getesteten Akkus wurden privat erworben. Es handelt sich nicht um einen Werbe- oder Sponsoringtest. Keine der genannten Marken oder Hersteller hatte vor der Veröffentlichung Kenntnis von diesem Test oder Einfluss auf dessen Durchführung und Ergebnisse. Wenn du diesen Test hilfreich fandest, kannst du meine Arbeit unterstützen indem du einen Affiliate-Link am Ende des Tests benutzt. Und falls du statt eines Akkus irgendwann einen Staubsauger bestellst: Damit unterstützt du mich noch mehr. 😉
| Herstellerangaben | Messung | |
|---|---|---|
| Modell: | N21700CX-65E | - |
| Format: | 21700 | - |
| PCB: | ![]() |
- |
| Kapazität (typisch): | 6500 mAh | - |
| Kapazität (min.): | 6350 mAh | - |
| CDR: | 19 A / 25,4 A | - |
| Maximum Discharge: | - | - |
| Pulse Discharge: | - | - |
| Nominelle Spannung: | 3,54 V | Max. 3,56 V @ 0,5 A |
| Energie: | 22,23 (rated) 22,75 Wh (typ.) |
23,23 Wh |
| IR: | < 8 mΩ | 4,5 mΩ 4,6 mΩ |
| Gewicht: | < 75 g | 73,34 g |
| Maße: | Max 21,7 x 71,0 mm | 21,4 x 70,8 mm |

| ØV | Wh |
|---|---|
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| 0,5 A | 2,5 A | 5 A | 10 A | 15 A | 20 A |
|---|---|---|---|---|---|
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| A | Wh |
|---|---|
| 0,5 A |
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| 2,5 A |
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| 5 A |
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| 10 A |
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| 15 A |
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| 20 A |
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Allgemeiner Hinweis zu Temperaturen von High-Drain Akkus: Die meisten Modelle haben heutzutage keine CDR mehr (die Stromstärke, bei der die Temperaturen unbedenklich sind). Meistens wird in Datenblättern nur noch ein „Maximum Discharge“ angegeben, und fast immer mit einem Temperaturlimit. Die hier gezeigten Temperaturen sind die bei einem offenen Messaufbau. In Akkuträgern, im Rohr der Taschenlampe oder in einem Akkupack sind die Temperaturen deutlich höher. Ohne Temperaturüberwachung solltest du diese Akku nie dauerhaft mit sehr hohen Strömen belasten.
Mit bis zu 6519 mAh erreichen die Akkus sehr gute Werte. Auch die Energie liegt mit 23,23 Wh leicht über den 22,75 Wh die das Datenblatt nennt. Bei 0,5A muss sich das Modell von BAK noch hauchzart den Amprius SA112 geschlagen geben. Aber ab 2,5A übernimmt er die Führung in der aktuellen Rangliste. SA112 und F66 sind nah dran, aber ab 10A entsteht ein deutlicher Abstand. Bei 15A, die beide Modelle offiziell gar nicht mehr unterstützen ist der SA112 bereits weit abgeschlagen, da der seine Maximaltemperatur längst erreicht hat. Bei 20A ist der BAK N21700CX-65E dann unangefochten an der Spitze. Damit ist der 65E von BAK ein verdammt guter Akku, einzig die etwas niedrigere Spannungslage könnte man kritisieren. Aber bevor man das kritisiert, sollte man BAK wohl eher Danke sagen, dass sie die nominelle Spannung so ehrlich angeben. Machen bekanntlich nicht alle Anbieter so (#Vapcell G68).
Im Netz findet man sowohl 19 als auch 25,4 A als Angabe für dieses Modell. Aber welcher Wert stimmt denn nun? Das wäre leicht mit dem Datenblatt zu beantworten, aber genau hier gibt es ein Problem:

Es existieren zwei Datenblätter und in dem einen steht 19 A, im anderen 25,4 A. Beide sind datiert auf den 10.04.2025, beide tragen die Version „A/00“. Wenn eines von beiden neuer wäre, könnte man annehmen, es ist das aktuellere und damit eine korrigierte Fassung. Aber in dem Fall weiß man nicht welche Werte denn nun die richtigen sind. Einzig die Angabe „(No Support for Cycle)“ fehlt bei dem Datenblatt mit nur 19A. Möglich, dass BAK die CDR nach unten korrigiert hat, weil sie lieber Werte angeben die man tatsächlich dauerhaft verwenden kann, ohne die Lebensdauer der Zelle zu sehr zu verringern. Das ist aber nur eine Vermutung.
Wenn ich mir meine Messwerte anschaue, würde ich eher sagen, dieses Modell fühlt sich bei 20A sauwohl …
Die Messungen bei 15 und 20A sind fast identisch. Das sieht erstmal nach einem Messfehler aus, auch für mich. Denn normalerweise sind die Abstände der Entladelinien (5, 10, 15 und 20A) immer ungefähr gleich groß. Und auch die Energie die insgesamt gemessen wird nimmt konstant ab:
BAK 40D und EVE 50PL wurden hier nur exemplarisch gewählt um den Unterschied sichtbar zu machen
Beim 65E ergibt sich ein eher untypisches Bild. Von 5 zu 10A ist der Abstand eher größer, von 10 zu 15 A dann deutlich kleiner und von 15 zu 20A fast nicht mehr unterscheidbar. Aber wie kann das sein, die Verlustleistung wird doch bei höheren Strömen gemäß der Formel Innenwiderstand * Stromstärke2 immer größer. Da kann doch nicht bei 20A fast genau so viel Energie entnommen werden wie bei 15A, oder? Und um das Ganze noch etwas zu verschärfen: Was wäre, wenn sogar mehr Energie bei 20A gemessen worden wäre? Das MUSS doch ein Messfehler sein, oder? Ich habe es natürlich überprüft:
Manchmal treten Ergebnisse ein, die man nicht erwarten würde. Natürlich sollte man sie dann einmal mehr prüfen. Aber wenn auch das keinen Fehler offenbart, sind die Werte vielleicht sogar richtig? Ich habe mich auf die Suche gemacht, ob schon einmal jemand so etwas ähnliches gemessen hat. Also das der Unterschied zwischen verschiedenen Messungen mit höheren Strömen kleiner wird oder das gar mehr Energie gemessen wurde beim Entladen mit höheren Strömen. Und verblüffender Weise bin ich fündig geworden:
Fast genau gleichviel Energie oder sogar mehr bei einer Messung mit höherem Strom als zuvor bleiben ungewöhnlich, aber sind auch nicht einzigartig oder zwingend ein Messfehler. Es gibt diese Fälle, nur bei meinen eigenen Messungen war es das erste Mal, das dieser ungewöhnliche Fall eingetreten ist.
Die meiste Energie in einer Messstation ist schön und gut, aber in der Praxis ist die volle Kapazität des jeweiligen Akkus meist nicht nutzbar. Erst recht nicht, wenn die Spannungslage niedrig ist. Das Modell von BAK soll 3,5 bzw. 3,54V haben statt der üblichen 3,6 bzw. 3,7V. Aber wie viel geringer ist die Spannungslage wirklich?
Die Tests der Vapcell T60 und Linkdata 60P erscheinen 12/2026 - stay tuned
Der BAK 65E schlägt sich erstaunlich gut. Natürlich ist ein Linkdata 60P etwas besser, aber ein Vapcell T60 teilweise sogar etwas schlechter. Der Amprius SA112 ist natürlich weit abgeschlagen in diesem Vergleich. Ich habe ihn dennoch mit aufgenommen für diejenigen die überlegen ob die 200 mAh die der SA112 mehr hat nicht vielleicht doch das entscheidende Kaufargument sind. Nein, ist es nicht. Aufgrund der deutlich niedrigeren Spannung sind die zusätzlichen mAh die der SA112 hat in der Praxis zumeist nicht nutzbar. Die 65E von BAK sind eigentlich immer die bessere Wahl.
Die BAK N21700CX-65E sind zwar keine eierlegende Wollmilchsau, aber verdammt nah dran. Mehr Energie lieferte bisher kein getesteter Akku, egal ob die Last gering ist oder bei 20A liegt. Die minimal niedrigere nominelle Spannung macht sich im Vergleich zu anderen 6000 mAh tabless-Modelle kaum bemerkbar, dafür gibt’s aber 500 mAh mehr. Wer nicht mehr als 20 bis 25A braucht, macht mit diesem Modell alles richtig.
Eine tabellarische Übersicht aller getesteten 3,6V Akkus findet ihr hier.
Hier kannst du diesen Akku bzw. gute Alternativen kaufen:
Für meine Tests verwende ich unter anderem dieses Equipment:
Die letzten Tests im Bereich der 3,6V Akkus:
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