

Der Fenstersauger einer Bekannten saugt nicht mehr. Er geht zwar an, aber nach wenigen Sekunden wieder aus. Netzteil oder Akku wird wohl defekt sein. Natürlich war es nicht das Netzteil, also der Akku. Immerhin, an dieser Stelle mal ein Lob an Leifheit, an den Akku kommt man ohne Spezialwerkzeug heran. Nur eine Schraube lösen und hinter der Klappe steckt der Akku. Aber ist der Akku wirklich kaputt oder vielleicht etwas anderes das Problem? Hat der neue Akku wirklich 3500 mAh? Dieser Test beantwortet dir diese Fragen.
Sämtliche für diesen Test verwendeten Messinstrumente, Zubehör und der getesteten Akkus wurden privat erworben. Es handelt sich nicht um einen Werbe- oder Sponsoringtest. Keine der genannten Marken oder Hersteller hatte vor der Veröffentlichung Kenntnis von diesem Test oder Einfluss auf dessen Durchführung und Ergebnisse. Wenn du diesen Test hilfreich fandest, kannst du meine Arbeit unterstützen indem du einen Affiliate-Link am Ende des Tests benutzt. Und falls du statt eines Akkus irgendwann einen Staubsauger bestellst: Damit unterstützt du mich noch mehr. 😉

Verbaut ist eine 18650er Zelle die irgendwann einmal 1700 mAh gehabt haben soll. Unter dem Schrumpfschlauch ist der eigentliche Schrumpfschlauch. Dieser ist hellblau und gar nicht beschriftet. Welche Zelle Leifheit hier verwendet, lässt sich nicht herausfinden. Aber, ist der Akku wirklich defekt? 172 mOhm hat die Zelle, schonmal ein schlechtes Zeichen. Also habe ich die Zelle vermessen und das ging sehr schnell:

Ja. Dieser Akku ist hinüber. 10 Jahre ist der Akku alt und vermutlich wurde der Fenstersauger immer mit vollem Akku weggestellt. Und dann nur drei bis viermal im Jahr benutzt. So werden wohl die meisten dieses Gerät benutzen. Daher mein Hinweis: Stellt die Geräte, wenn ihr sie wochen- oder monatelang nicht benutzt nicht mit randvollem Akku weg. Das tut dem Akku und letztendlich eurem Geldbeutel nicht gut. 30%, 50% oder 70%, völlig egal. Aber nicht 100% geladen und nicht vollständig entladen wegstellen.
Wer Zellen auf Lager hat, ein Punktschweißgerät und den nötigen Kleinkram der repariert das in wenigen Minuten selbst. Wer das nicht hat, kann versuchen einen Reparaturshop in der Nähe zu finden. Ich hatte das in meiner Gegend bereits im Zuge der schwachen Gardena Akkus versucht, fand aber leider keinen Shop mehr der Zellen tauschen kann.
Dann bleibt nur ein Neukauf. Und wenn es nach Leifheit geht, ein Neukauf des gesamten Geräts. Denn die bieten keinen Ersatzakku an. Hier kommen die Drittanbieter ins Spiel. Hier trifft man auf Namen wie vhbw, Tradeshop, AkkuCell, PATONA oder Akku-King. Zunehmend wird Amazon aber immer mehr mit völlig generischen Produkten überflutet. Vielleicht sind einige davon auch gut, billiger sind sie in jedem Fall. Nach meiner schlechten Erfahrung mit dem Akku von Creabest, der auch Zellen mit 3500 mAh haben sollte, habe ich diesmal zum etwas teureren Produkt gegriffen und Akku-King bestellt.
| Herstellerangaben | Messung | |
|---|---|---|
| Modell: | "for LEIF BFN18650" | - |
| Format: | 18650 | - |
| PCB: | ![]() |
- |
| Kapazität (typisch): | 3500 mAh | - |
| Kapazität (min.): | - | - |
| CDR: | - | - |
| Maximum Discharge: | - | - |
| Nominelle Spannung: | 3,7 V | Max. 3,64 V @ 0,5A |
| Energie: | 12,9 Wh | 12,6 Wh |
| IR: | - | 15,2 mΩ |

| ØV | Wh |
|---|---|
|
|
| 0,5 A | 2,5 A | 5 A | 10 A | 15 A | 20 A |
|---|---|---|---|---|---|
|
|
|
|
|
|
| A | Wh |
|---|---|
| 0,5 A |
|
| 2,5 A |
|
| 5 A |
|
| 10 A |
|
| 15 A |
|
| 20 A |
|
Ein guter Akku der nicht nur mit 3500 mAh bedruckt wurde, sondern der auch tatsächlich fast 3500 mAh liefern kann. Hier wurde wirklich eine Zelle mit dieser Kapazität verbaut. Erwähnenswert, weil Akkus eben manchmal nicht das liefern, was versprochen wird.
Interessant wäre natürlich noch zu wissen, welche Zelle hier genutzt wird. Laut Beschreibungstext bei Amazon ist es eine Samsung Zelle. Da kommen nicht viele in Frage, außer der INR18650-35E. Ich habe den Support von KJ-Vertrieb (das ist die Firma hinter Akku-King) angeschrieben und nachgefragt welche Zelle sie verbauen. Die Antwort war nicht überraschend:
Laut unseren Unterlagen sollte in dem Akku folgenden Zelle verbaut sein.
INR18650-35E SAM SDI
Ob diese Zelle tatsächlich verbaut ist, kann ich nicht sagen. Aber im Vergleich zu anderen Zellen mit 3500 mAh die ich bereits getestet habe, ist das eine gute Zelle:


Für diejenige die sich an dieser Stelle fragen, ob denn eine gewöhnliche 18650er mit hoher Kapazität ausreicht, oder ob der Fenstersauger zwingend eine Zelle für sehr hohe Ströme benötigt, die Antwort ist eindeutig: Im Leerlauf zieht er mit einem volle Akku 2,5A, unter Last (saugend an einer Scheibe) bis zu 4A. Damit sind ganz normale Zellen die meist bis zu 10A schaffen vollkommen ausreichend.
Der letzte Akku eines Drittanbieters - der zufällig ebenfalls aus 18650er mit 3500 mAh bestehen sollte - war eine Enttäuschung. Diesmal habe ich ein paar Euros mehr in die Hand genommen und habe echte 3500 mAh erhalten, wahrscheinlich sogar eine Samsung Zelle. Etwa 16€ sind nicht günstig, dafür gibt’s aber gute Qualität und einen Support der fachliche Fragen beantworten kann.
Eine tabellarische Übersicht aller getesteten 3,6V Akkus findet ihr hier.
Wenn du Entladekurven verschiedener Modelle miteinander vergleichen möchtest, findet du hier das passende Tool
Hier kannst du diesen Akku bzw. gute Alternativen kaufen:
Für meine Tests verwende ich unter anderem dieses Equipment:
Die letzten Tests im Bereich der 3,6V Akkus:
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