INIU P51L (20.000 mAh / 45 W)

Januar 2026



Einleitung / Transparenzhinweis:

Nachdem ich mir die Varianten mit 22,5 W (P51, BI-B5) bereits näher angesehen habe, hat mich interessiert wie viel besser ist die 45 W Variante? Ist sie den Aufpreis von ca. 30% wert? Aufgrund der sowohl zum Teil sehr guten Werte der P51L als auch in mancher Hinsicht enttäuschenden Ergebnisse werde ich in naher Zukunft auch die 65 W Variante testen. Heute geht es aber erst einmal um die 45 W Variante.



Übersicht der Modelle:

Nachfolgend eine Übersicht der Modellbezeichnungen, da diese zwischen Aufdruck auf dem Gerät selbst und der Herstellerwebseite abweichen:


Kapazität / Leistung Mini Version Normale Version
20.000 mAh / 22,5 W Carry P51-E2 (laut INIU Webshop)
P51 (laut Aufdruck)
Carry P51L-E1 (laut INIU Webshop)
BI-B5 (laut Aufdruck)
20.000 mAh / 45 W - Carry P51L-E2 (laut INIU Webshop)
P51L (laut Aufdruck)

Ich habe die P51L zu einem regulären Preis von 29,69 € bei Amazon gekauft.



Display, Bedienung, Anschlüsse:

Optisch kommt die P51L wie jede andere gewöhnliche Powerbank daher. Auf der Oberseite ist das Display, dass mit einer glänzenden Abdeckung versehen ist, die etwa 10-mal so groß ist wie das eigentliche Display. Der Rest des Gehäuses hat eine durchaus angenehme Soft touch Oberfläche. Das Display kann den ungefähren Ladezustand in Prozent anzeigen. Ein Blitz signalisiert, dass ein Schnellladeprotokoll aktiv ist.

Sie wiegt 327g und hat die Maße 11,5 * 7,3 * 3 cm. Mit der Taste an der Seite lässt sich das Display ein- und ausschalten. Ist das Display an, kann per Doppelklick die LED aktiviert werden. Taschenlampenfunktion möchte ich es nicht nennen, denn mit 1,4 Lumen leuchtet diese LED etwa halb so hell wie ein kleines Teelicht aus einem schwedischen Möbelhaus. Bei einigem INIU Modellen soll man mit diesem Schalter auch eine Reset der Powerbank durchführen können. Bei mir was das nicht möglich. Reseten konnte ich die Powerbank nur durch die „Kabelmethode“. Leider war das während meiner Tests sehr oft nötig. Denn wenn ein Port aktiviert wird, aber die höhere Spannung nicht sofort abgerufen wird, verharrt der Port bei 5V.

Die Powerbank bietet drei Anschlussmöglichkeit: USB-C Port, USB-A Port und ein integriertes USB-C Kabel. Letztes kann an der Seite eingehakt werden und dient dann als Trageschlaufe. Auf der einen Seite finde ich integrierte Kabel sehr nützlich, auf der anderen Seite sehe ich in ihnen eine Sollbruchstelle. Hersteller werben hier oft mit vielen tausend Biegungen. Das kann, vielmehr will ich nicht überprüfen. Aber es wird auch mit 45 W geworben und das habe ich überprüft …



Herstellerangaben vs. Messwerte:



USB-A USB-C USB-C Kabel
Input (Herstellerangabe) - 5V / 3A / 15W
9V / 3A / 27W
12V / 2,25A / 27W
15V / 1,8A / 27W
Input (Messung) - 5V / 3A / 15W (6,6 h)
15V / 1,8A / 27W (3,7 h)
Output (Herstellerangabe) 5V / 3A
9V / 2A
12V / 1,5A
(max 22,5W)
5V / 3A
9V / 3A
12V / 3A
15V / 3A
(max 45W)
Output (unterstützte Protokolle) PD: ---
QC 2.0: 5V; 9V; 12V
QC 3.0: 12V
PPS: ---
PD: 5V; 9V; 12V; 15V
QC 2.0: 5V; 9V; 12V
QC 3.0: 12V
PPS: 5-5,9V 4,5A // 5-11V 4,5A
Output Single-Port (Messung) 5V / 3,5A
9V / 2,5A
12V / 2,0A
5V / 3,5A
9V / 3,5A
12V / 3,5A
15V / 3,5A
Output Multi-Port (Herstellerangabe) 5V / 3A
Output Multi-Port (Messung) 5V / 4,8A
getestet: USB-A: 2A + USB-C Kabel: 2,8A
Interner Akku (Herstellerangabe) 7,4 V / 10.000 mAh / 74 Wh
Interner Akku (abgeleitet aus Input und Output) ca. 78 Wh
105% der Herstellerangabe



Vergleichsdiagramme:





Wie viel fließt rein, wie viel raus Powerbank Wirkungsgrad Powerbank Preis pro kWh Wh pro kg Wh pro Liter Watt an einem Port Wattstunden nach Leistung Ladezeit

1: basierend auf den maximalen Wh die tatsächlich entnommen werden konnten
2: Maximale Leistung die ein Port bzw. verteilt über mehrere Ports (kurzzeitig) abgegeben werden kann.
3: Leistung die entweder dauerhaft bis zum vollständigen entladen geliefert werden kann, oder bis zum Zeitpunkt an dem die Powerbank die Leistung selbstständig drosselt (meist aufgrund thermischer Probleme).



Spannungsverlauf nach Last:






Der USB-C Port als auch das Kabel mit USB-C Anschluss liefern mit bis zu 54 W sogar etwas mehr als angegeben. Der USB-A Anschluss liefern bis zu 24 W.



Temperaturen:




Die Aufnahme wurde kurz vor Ende der 30W Messung aufgenommen. Die höchste Dauerlast meines Testparcours die die Powerbank ohne drosseln absolvieren konnte.



Auswertung:

Eine Powerbank soll in erster Linie Energie liefern und nach Möglichkeit effizient arbeiten. Beides trifft auf die P51L zu. Bei angegebenen 74 Wh lassen sich bis zu 73,18 Wh entnehmen. Das deutet entweder auf einen extrem guten Wirkungsgrad hin, oder die Zellen im Inneren können etwas mehr Energie speichern als angegeben. Vermutlich ist es eine Mischung aus beidem. Wie hoch der genaue Wert der Zellen ist, lässt sich ohne zerlegen und messen nicht sagen. Und auch nicht berechnen! Basierend auf dem was hineingeladen wird und maximal entnommen werden kann, würde ich etwa 78 Wh schätzen. Der genaue Wert bietet aber ohnehin keinen Mehrwert für uns Kunden. Uns interessiert wie viel Energie raus kommt.

Der Gesamtwirkungsgrad (In --> Out) ist mit 83,9% sehr gut. Für eine vollständige Aufladung ist es (aus energetischer Sicht) fast schon egal ob man ein 5V Netzteil oder eines mit Schnellladefähigkeit verwendet. Mit 87,2 Wh (5V) und 87,6 Wh (15V) sind die gemessenen Werte nahezu identisch. Der Laderegler im Inneren arbeitet bei beiden Spannungen gleich effizient.

Die USB-C Anschlüsse liefern (kurzzeitig) mit bis zu 54W sogar etwas mehr als die beworbenen 45W. Der USB-A Port liegt mit 24W leicht über der Herstellerangabe (22,5W). Werden mehrere Ports gleichzeitig genutzt, steht nur 5V zur Verfügung. Alle Ports müssen sich dann 3A (15W) teilen, laut Herstellerangabe. Erfreulicherweise sind es mit fast 5A (25W) ein gutes Stück mehr.

Auch in den Dauertests mit 12, 20 und 30W hat sie sehr gute Werte erreicht. Bei 40W hat sie allerdings bereits nach 11 Minuten abgeschaltet, in beiden Testdurchläufen. Für eine Powerbank die sehr aggressiv mit 45W beworben wird, ist das etwas unerwartet.



45W - DAS Verkaufsargument, dass man mit einem großen * hätte versehen sollen:

INIU bewirbt die 45W die dieses Modell bietet, sehr stark. Kein Wunder, bietet das ansonsten sehr ähnliche Modell von INIU BI-B5 mit ebenfalls 20.000 mAh nur 22,5W. Irgendwie muss man die 30% Preisaufschlag auch rechtfertigen. Die Energie die beide Modelle speichern können, ist identisch. Die 45W-Variante bietet nur eine höhere Spannung (15V) und eben eine höhere Ausgangsleistung. Aber bereits der Dauertest mit 40W endete nach 11 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt war noch 90% der Energie in der Powerbank. Nur 10% konnte sie bei 40W abgeben, bevor sie abgeschaltet hat.

Und bei 45W? Ich habe den Test bei 45W sowohl mit mehreren Messtation durchgeführt, bei Raumtemperatur (22°C), als auch abgekühlt auf 5°C (lag über Nacht in der Garage).

45W @ 22°C: 4,4 Wh (6 Min, 94% Restenergie verbleibend)
45W @ 5°C: 6,3 Wh (8,5 Min, 91% Restenergie verbleibend)

An all meinen Messtationen schaltet sich die Powerbank sehr schnell ab. Sie drosselt die Leistung nicht, sie schaltet ab. Und kurz darauf schaltet sie sich wieder ein, wieder aus, und so weiter. Ich vermute, da die Messstationen keine Schnellladeprotokolle kennen und das Triggerboard auch nicht kommunizieren kann, zumindest nicht mit der Messtation, wird hier keine Drosselung ausgehandelt. Zwar wäre denkbar, dass die Powerbank selbst den fließenden Strom begrenzt und damit die Leistungsabgabe drosselt, so wie es beispielsweise einige 1,5V Akkus bei der 3A Messung machen (45W @ 15V sind zufällig ebenfalls 3A). Aber das ist in INIU`s 18 Layer SmartProtect System nicht vorgesehen. Wobei INIU sicherlich sagen würde: „Ihre Messtation ist leider nicht smart genug“. Auch das ist ein Teil der Wahrheit.

Zur Erinnerung, INIUs Werbeversprechen:

„45W Vollladung für Handy und Tablet“
„45W in 30 min, iPad Pro 53%, iPhone 17 Pro Max“
„45W Super-Schnellladen 2.0“
„Bereit in 25 Min mit 45W: 63% (iPhone 16), 73% (Samsung S24 Ultra), 50% (iPad Air)“

Da erwarte ich bei einer Powerbank die so stark mit 45W beworben wird etwas anderes. Ob die genannten Geräte tatsächlich auf die angegebenen Prozente geladen werden? Fraglich, wenn die 45W für nicht einmal 10 Minuten gehalten werden können.



Praxistest

Für den Test kommt ein ThinkPad T15 (Gen 2) zum Einsatz. Der Akku des Notebooks wird zunächst auf rund 30 % entladen. Abgesehen von einigen typischen Hintergrunddiensten läuft nur ein Videostream aus dem Netzwerk in Endlosschleife. Zehn Minuten nach Beginn des Tests wird die vollgeladene INIU-Powerbank angeschlossen, um auch den Eigenverbrauch des ThinkPads im Leerlauf sichtbar zu machen.

Wie erwartet startet der Ladevorgang mit rund 45 W. Nach etwa acht Minuten ist jedoch Schluss: Die Powerbank schaltet sich ab – und nach wenigen Sekunden wieder ein. Auf dem USB-Multimeter erscheinen nun nur noch etwa 14 W – und das Pfeilsymbol zeigt plötzlich in die falsche Richtung.




Tatsächlich haben beide Geräte neu verhandelt, und die INIU-Powerbank hat beschlossen, lieber Energie aufzunehmen statt abzugeben. Das ThinkPad akzeptiert das klaglos und beginnt, die Powerbank zu laden. Ich habe den Versuch einige Minuten weiterlaufen lassen – und ja, die Powerbank saugt den Notebookakku konsequent leer.

Bravo, INIU! Das passiert, wenn man eine Powerbank „überzüchtet“. Wäre die Leistungsregelung sauber umgesetzt, hätte sie beim Überlasten einfach gedrosselt statt abzuschalten. Dann wäre es nie zu dieser skurrilen Rollenvertauschung gekommen. Und wenn man das technisch nicht vernünftig hinbekommt, sollte man die maximale Ausgangsleistung eben auf das begrenzen, was auch dauerhaft stabil funktioniert – in diesem Fall etwa 30 W. Aber klar: Mit nur 30 W, also nur 7,5 W mehr als die normale Version, ist niemand bereit 30% mehr zu bezahlen.

Zur Klarstellung: Ich habe das Thinkpad nicht gewählt um den Praxistest absichtlich schlecht aussehen zu lassen. Ich besitze schlicht kein Tablet, kein leistungshungriges Telefon oder ein anderes Notebook. INIU wirbt, zumindest auf Amazon damit, dass diese Powerbank auch für Notebooks geeignet wäre. Ein Thinkpad ist kein „sehr besonderes Nischenprodukt“, es ist die vielleicht meistverkaufte Notebookbaureihe der Welt. Und auch der DRP (Dual-Role-Power) USB-C Port am Thinkpad, der nicht nur als Stromverbraucher, sondern auch als Stromquelle fungieren kann ist heutzutage üblich. Meine Bluetooth Box hat ihn, selbst eine meiner Taschenlampen. Die einzige Möglichkeit dieses ungewollte Verhalten zu verhindern ist, den USB-A Port der Powerbank zu verwenden, da dieser ein reiner "Out"-Port ist. Der liefert aber keine 45 W.



Gleichzeitig Laden und Entladen (Pass-Through-Charging) und Eignung als USV:

Die Powerbank selbst lädt mit bis zu 27W. Schließen ich mein Telefon an, wird das mit maximal 12W geladen (begrenzt durch das Telefon, nicht durch die Powerbank). Wie sieht es aber aus, wenn beides gleichzeitig angeschlossen ist?

Bei Nutzung mehrerer Ports stehen allen Ports nur 5V zur Verfügung. In die Powerbank fließen genau 15W (5V/3A), dass erlaubte Maximum bei dieser Spannung nach USB-PD Standard. Das Telefon wird noch mit 7,2W (5V/1,44A) geladen.

Wie sieht es mit der Nutzung als USV aus? Szenario1: Man möchte die Powerbank als USV an seinem heimischen Router verwenden. Der kann zwar nicht per USB mit Strom versorgt werden, aber einen USB-C auf Hohlstecker Adapter der eine festgelegte Spannung, z.B. 12V abruft, gibt es für unter einem Euro zu kaufen. Damit kann der Router im Notfall problemlos mit der Powerbank betrieben werden. Aber geht das auch unterbrechungsfrei? Nein. Da die Powerbank beim gleichzeitigen Laden und Entladen nur 5V bereitstellen kann, ist sie für das Szenario nicht geeignet.

Szenario2: Die Powerbank wird mit einem alten USB-Steckernetzteil versorgt das keine Schnellladeprotokolle kennt, nur 5V. An der Powerbank hängt ein Raspberry Pi, auch der kennt keine Schnellladeprotokolle, nur 5V. Fällt der Netzstrom aus, wird der Raspberry Pi ununterbrochen mit Strom versorgt und läuft weiter? Leider nein, auch hier kommt es zu einer kurzen Unterbrechung.



Was sagt INIU zu der mangelden Leistung bei 45W:

Ich habe den Support von INIU kontaktiert, da mich interessiert hat ob diese Leistung bei 45W normal ist. Der Support hat sehr schnell geantwortet, war überaus freundlich und hat mir natürlich die Standardfragen gestellt (Kaufbeleg, anderes Kabel probiert, können sie ein Video machen von dem Problem). INIU hat das alles von mir bekommen, das Video wurde mehrmals angesehen und nach einigen Tagen bekam ich auch eine Rückmeldung. Ich soll die Powerbank zurücksenden, dann erhalte ich ein Austauschgerät.

Wäre ich einfach nur einer von vielen Kunden wäre das absolut ok. Wobei ich die Powerbank dann wohl unkomplizierter über den Amazon Support umgetauscht hätte. Ich habe mich erst nach der Mail bei INIU als Betreiber von akkutests.de zu erkennen gegeben und ihnen erklärt, warum ich die Powerbank nicht zurücksenden kann:

Akkutests.de existiert nicht um mit Affiliate Links Geld zu verdienen, sondern um Energiespeicher aller Art zu überprüfen, ob sie das halten was die Hersteller versprechen. Erkannte, reproduzierbare Schwachstellen werden klar benannt, nicht nur in Reviews. Ich schreibe meine Ergebnisse auch gerne den Firmen, in der Hoffnung, sie nutzen es für ihre interne Qualitätskontrolle. Und falls die Energiemenge die angeblich gespeichert werden kann, deutlich nach unten abweicht, dann muss ich das aus rechtlichen Gründen chemisch betriebener Energieträger mit begrenzter Wahrheitsnähe nennen. Benutze ich andere Worte, kann das schnell mal zu einer Unterlassungserklärung führen die mir zugeschickt wird. Denn wenn man so kritisch ist, stößt das nur bei wenigen Firmen auf Verständnis. Mit XTAR oder Keeppower arbeite ich mittlerweile lange genug zusammen, dass ich mir recht sicher bin, sie interessieren sich für mein Feedback, auch wenn es mal negativ ist. Ich habe ein Interesse an guten und ehrlichen Produktangaben und ich denke die meisten Kunden ebenfalls.

INIU kenne ich aber nicht. Klar, die Marke kenne ich. Aber ob sie sich für die von mir aufgezeigte Schwachstelle interessieren um ihr Produkt in Zukunft zu verbessern, oder ob sie es als „nur bedingt verkaufsförderndes Review“ sehen, weiß ich nicht. Um mich rechtlich abzusichern, behalte ich Geräte mit Schwächen grundsätzlich bei mir. Denn im schlimmsten Fall könnte eine Firma gegen mich vorgehen und sagen „Der wollte unser Produkt nur schlecht machen, das hat der sich nur ausgedacht“.

So habe ich es auch INIU geschrieben. Außerdem haben sie von mir das Angebot bekommen, dass ich jeder Firma anbiete, falls ich einen Mangel feststelle: Sie können mir das Produkt erneut zur Verfügung stellen, dann werde ich es erneut testen. Sollte sich in einem Nachtest herausstellen, dass der ursprüngliche Mangel bei einem baugleichen Exemplar nicht auftritt, dann wird das Review diesbezüglich ergänzt. Das Exemplar aus dem Nachtest können sie im Anschluss auch gerne wieder haben.

Das war vor ca. 6 Wochen. Seitdem habe ich nichts neues mehr von INIU gehört. Wobei, das stimmt auch nicht ganz. Ca. 2 Wochen nachdem ich die letzte Mail geschrieben hatte, bekam ich eine Standardmail mit: "Hello,How would you rate our customer satisfaction?: (Powerbank 20.000 mAh 45W)". Diese unbeabsichtigte Ironie trifft meinen Humor. Bei der DSGVO hingegen hört der Spaß auf: Werblich motivierte Feedback-Mails setzen eine ausdrückliche Zustimmung voraus. Da ich dem nie zugestimmt habe, muss INIU hellseherische Fähigkeiten besitzen – oder sehr kreative Vorstellungen davon, was rechtlich erlaubt ist.

Vielleicht ist das wenige was diese Powerbank bei 45W leistet normal, vielleicht habe ich aber auch ein teildefektes Exemplar erwischt. Wie man anhand meiner 1,5V Akkus sehen kann, bemühe ich mich mittlerweile nicht nur zwei, sondern vier Exemplare zu testen. Es kann ja doch einmal sein, dass ein einzelner schlechter Akku dabei ist. Aber bei Powerbanks kann ich nicht zwei oder gar vier Exemplare testen. Nicht nur weil Hersteller/Firmen keine Testmuster zur Verfügung stellen möchten, ich die Exemplare also aus eigener Tasche bezahlen müsste, sondern auch weil der Testparcours im Vergleich zu einem 1,5V oder 3,6V Akku um einiges umfangreicher ist.



Ein Vorteil der 45W Variante, den INIU gar nicht bewirbt:

Abseits der mangelnden Maximalleistung bietet dieses Modell dennoch Vorteile gegenüber der 22,5W Variante. Die maximale Energie die beide Varianten abgeben können ist vergleichbar (72,2 Wh vs. 73,2 Wh).

Bei höherer Belastung, liefert die 22,5W Variante aber zunehmend weniger Energie. Beim Entladen mit 12W sind es bereits 7% weniger Energie. Die 45W Variante liefern nur 1,5% weniger Energie. Bei 20W sind es bei der 22,5W Variante bereits 12,2% weniger Energie, bei der 45W Variante nur 3,4%. Dieser Vorteil dürfte durch effizientere Bauteile in der Elektronik erreicht werden. Aber auch Akkuzellen die bei höherer Entladung mehr Energie liefern, können hierfür verantwortlich sein.

Aus meiner Sicht ist das ein tatsächlicher Vorteil der 45W Variante. Den man auch durchaus bewerben könnte. Denn der existiert wirklich. Dauerhaft, reproduzierbar und in der Praxis nutzbar. Und das rechtfertigt auch einen kleinen Aufpreis.



Bullshit Checkliste:

Auch eine Powerbank besteht aus mehr als nur trockenen Messwerten. Vor zehn Jahren war es schon ärgerlich genug, dass sie ausschließlich mit einer Kapazität in mAh beworben wurden – eine Angabe, die ohne Spannung kaum Aussagekraft hat. Mittlerweile haben die Hersteller dazugelernt: Heute findet man neben der Energie in Wh oft sogar Angaben, wie viele mAh bei welcher Spannung tatsächlich entnommen werden können. Teilweise wird sogar der Wirkungsgrad berücksichtigt – vor zehn Jahren undenkbar.

Dafür haben sie andere Wege gefunden, Dinge zu suggerieren, die in der Praxis so gar nicht existieren. Marketingversprechen nehmen immer mehr überhand – wohlklingende Schlagworte, die bei genauerem Hinsehen nichts Greifbares bedeuten. Oder dieselben „Features“, gleich mehrfach wiederholt, nur um den Eindruck zu erwecken, das Produkt wäre besonders fortschrittlich. Ich möchte diesem Thema keine langen Absätze widmen, es aber auch nicht unerwähnt lassen. Darum hier in kurzer Form – meine persönliche Bullshit-Checkliste:

  • ❌ Auf Produktbildern wird die Powerbank in einer menschenlichen Hand gezeigt, im Vergleich sieht sie sehr klein aus. Ist das die Hand von Hulk? Und falls ja, warum ist sie nicht grün?
  • ✅ Maximalleistung wird immer wieder betont (das die nur für kurze Zeit zur Verfügung steht, erwähnt man leider kein einziges mal)
  • ✅ Technische Daten? Siehe Rückseite der Powerbank! Auf der Herstellerseite gibt es nur bunte Bilder und garantiert echte Bewertungen, schließlich ist auch ein Haken hinter der Bewertung
  • ✅ Vergleich zu einem ausgedachten Konkurrenzprodukt soll das eigene Produkt besser wirken lassen
  • ❌ Nicht existierende Schnellladeprotokolle werden beworben (z.B. SuperPD, PC 4.0, QC Ultra, SuperDuperSchnelladen 3.0, Turbo IntelliCharge 3.0 Ultra Plus Max, etc)
  • ✅ Das man Zellen mit hoher Energiedichte verwendet (auch bekannt als: Stand der Technik), wird als der heiße Scheiß verkauft, natürlich mit fancy Namen
  • ✅ Schutz vor Überladung, Tiefentladung, Überhitzung, Kurzschluss und Überlast sind wichtig. Nennen wir es 33-Layer KI-SmartSecurity-Technology mit Hyper-Safe Core Architecture
  • ❌ Es geht auch ohne Hauptwort - "50 Minuten zum Aufladen 75%" - Ja, ok. Aber was wird denn da aufgeladen und war es vor 50 Minuten vielleicht bei 71%?

Viele grüne Haken bedeutet, die Marketingabteilung hat einen richtig guten Job gemacht, aus Unternehmersicht. Aus Sicht der Konsumenten sieht das leider weniger positiv aus. Ein wirklich gutes Produkt überzeugt durch ehrliche Herstellerangaben und guter Leistung. Die anderen ... brauchen ein paar grüne Haken in dieser Liste.




Fazit:

Die P51L liefert, wie auch schon das kleinere Modell mit maximal 22,5W, die Energiemenge die INIU verspricht. Auch dank effizienter Spannungswandler. Speichern kann sie vermutlich sogar ein paar Prozent mehr als angegeben. Bis zu 54W können die USB-C Anschlüsse liefern, für sehr kurze Zeit. Die 45W liefert das Modell leider auch nur für wenige Minuten bevor sie schlapp macht. Ob einem der Aufpreis zur P51 (20.000 mAh, 22,5W), die eher 30W die diese Powerbank dauerhaft leisten kann es wert sind, muss jeder für sich entscheiden.




Weiterführende Links:


Eine tabellarische Übersicht aller getesteten Powerbanks findet ihr hier. Dort findet ihr auch Infos wie ich teste, warum ich keine Kapazität (mAh) bei meinen Messungen angebe, sondern nur Energie (Wh) und auch eine Erklärung warum ich nicht mit einer einfachen Dreisatzberechnung behaupte, die wahre (interne) Kapazität einer Powerbank berechnen zu können, wie es manch anderer macht.

INIU P51L (20.000 mAh / 45 W) bei Amazon*

Die letzten Tests im Bereich Powerbanks/Powerstations:

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird Akkutests am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für dich steigt.