

Die Vorstellung des F66 von Vapcell ist noch gar nicht so lange her. Und schon taucht ein Nachfolger auf. Nach F58, F60, F63, F66, geht es nicht mit F68, sondern G68 weiter. Was die Veränderung des Buchstabens zu bedeuten hat, da wurde bereits spekuliert, dass die bisherigen F-Modelle von FEB stammen würden, die G68 hingegen nicht. Vielleicht da etwas Wahres dran ...
Aber was darf man vom neuen G68 erwarten? Wenn man sich die Daten anschaut die Vapcell selbst gemessen hat, dann etwa das:

Die Spannungslage sinkt wieder ein wenig, die Energie (und damit einhergehend auch die Kapazität) steigen. Den Rest der Werbebilder sollte man sich lieber gar nicht erst anschauen, es sei denn man möchte auf jedem Bild andere Werte für die nominelle Spannung, die Energie und die min./typische/gemessene Kapazität lesen. Wer weniger auf die Zahlen achten, findet mindestens sechs verschiedene Bilder des Produkts. Keins davon entspricht dem echten Produkt. Apropos echt:

Genau so wird der Spannungsverlauf dieses Akkus aussehen, da bin ich mir (nicht) ganz sicher. Willkommen in der Welt des KI-Slops, Vapcell!
Sämtliche für diesen Test verwendeten Messinstrumente, Zubehör und der getesteten Akkus wurden privat erworben. Es handelt sich nicht um einen Werbe- oder Sponsoringtest. Keine der genannten Marken oder Hersteller hatte vor der Veröffentlichung Kenntnis von diesem Test oder Einfluss auf dessen Durchführung und Ergebnisse. Wenn du diesen Test hilfreich fandest, kannst du meine Arbeit unterstützen indem du einen Affiliate-Link am Ende des Tests benutzt. Und falls du statt eines Akkus irgendwann einen Staubsauger bestellst: Damit unterstützt du mich noch mehr. 😉
| Herstellerangaben | Messung | |
|---|---|---|
| Modell: | G68 | - |
| Format: | 21700 | - |
| PCB: | ![]() |
- |
| Kapazität (typisch): | 6800 mAh | - |
| Kapazität (min.): | 6600 mAh | - |
| CDR: | 12,5 A | - |
| Maximum Discharge: | - | - |
| Nominelle Spannung: | 3,60 V | Max. 3,48 V @ 0,5 A |
| Energie: | 24,6 Wh | 23,4 Wh |
| IR: | < 24 mΩ | 18,1 mΩ 17,9 mΩ |
| Gewicht: | Max 75 g | 71,74 g |
| Maße: | 21,15(±0,1) x 70,15(±0,15) mm | 21,3 x 70,5 mm |

| ØV | Wh |
|---|---|
|
|
| 0,5 A | 2,5 A | 5 A | 10 A | 15 A | 20 A |
|---|---|---|---|---|---|
|
|
|
|
|
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| A | Wh |
|---|---|
| 0,5 A |
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| 2,5 A |
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| 5 A |
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| 10 A |
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| 15 A |
|
| 20 A |
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Allgemeiner Hinweis zu Temperaturen von High-Drain Akkus: Die meisten Modelle haben heutzutage keine CDR mehr (die Stromstärke, bei der die Temperaturen unbedenklich sind). Meistens wird in Datenblättern nur noch ein „Maximum Discharge“ angegeben, und fast immer mit einem Temperaturlimit. Die hier gezeigten Temperaturen sind die bei einem offenen Messaufbau. In Akkuträgern, im Rohr der Taschenlampe oder in einem Akkupack sind die Temperaturen deutlich höher. Ohne Temperaturüberwachung solltest du diese Akku nie dauerhaft mit sehr hohen Strömen belasten.
Bis zu 6700 mAh erreichen die beiden von mir getesteten Exemplare. Damit liegt das Ergebnis genau zwischen der typischen und minimalen Kapazität die Vapcell angibt und man könnte die Herstellerangaben als erfüllt ansehen.
Allerdings stammen die 6600 bzw. 6800 mAh aus einem Bild. Das Datenblatt selbst, veröffentlicht Vapcell leider fast nie. Und neben dem Bild das aussieht wie das Datenblatt, gibt es viele weitere Bilder. Die KI-Slop Bilder die 3,7V und bis zu 25,16 Wh versprechen möchte ich gar nicht weiter betrachten. Es geht mir um die echten Messungen mit denen Vapcell wirbt. Bis zu 6970 mAh (@2A) und rund 6600 mAh (@12,5A) klingen nach einem echt guten Akku. Und gerne würde ich diese Werte bestätigen. Aber meine Messungen sind davon ein gutes Stück entfernt. Soweit, dass es sich mit Messungenauigkeit nicht erklären lässt. Ob die Fertigungstoleranz so groß ist, kann ich mit meiner kleinen Stichprobe natürlich nicht beurteilen.
Einen kleinen Teil der Messungen die Vapcell veröffentlicht, kann ich allerdings durchaus bestätigen: Die Werte für die durchschnittliche Spannung. Die entsprechen auch dem was ich gemessen haben. Und wenn man sich diese Werte genauer anschaut, wird es interessant: Ja, die Werte liegen alle unter 3,5V. Das ist schon sehr niedrig, war aber auch nicht anders zu erwarten. Und irgendwie kommen mir die Werte seltsam vertraut vor …

Zufälle gibt’s, die Werte entsprechen ja genau den Amprius SA112. Ist das wirklich nur Zufall, und wie aussagekräftig ist das eigentlich? Immerhin ist das ja nur die durchschnittliche Spannung. Die Energie und Kapazität können sich ja trotzdem unterscheiden, oder?
Ja, Kapazität/Energie kann sich unterscheiden. Die unterscheiden sich oft schon bei zwei baugleichen Testmustern. Trotzdem ist es das gleiche Modell. Die durchschnittliche Spannung zeigt hingegen nicht selten Gemeinsamkeiten viel besser als die Entladekurven übereinander zu legen und auf eine Deckungsgleichheit zu hoffen. Manchmal sind Entladekurven nicht so ähnlich, dass man Gemeinsamkeit sofort erkennt. Bei der durchschnittlichen Spannung sieht man es oft besser. Ein gutes Beispiel sind die Vapcell M11 v2 und die Efest 18350 v1 1200 mAh
Aber zurück zum Vapcell G68 und den Amprius SA112. 6500 mAh vs. 6800 mAh, 3,46V vs. 3,6V; 22,5 Wh vs. 24,5 Wh. Da stimmt doch gar nichts überein, wie können die gleich sein?


Noch Fragen? Vapcell ist dafür bekannt aufzurunden, und in diesem Fall musste man das wohl auch großzügig tun. Denn ansonsten würden Käufer die Frage in den Raum werfen: „Das neue Modell liefert ja gar nicht mehr Energie als der F66, warum soll ich denn den kaufen?“ Eine berechtigte Frage, die aber niemand stellt, wenn 6800 mAh groß auf den Akkus steht und sogar mit fast 7000 mAh und bis zu 6600 mAh bei 12,5 A geworben wird. In diesem Fall fragt niemand nach dem Sinn dieses Modells und auch nicht ob und wann das neue Modell überhaupt besser wäre als der „alte“ F66. Nur blöd, wenn das neue Modell das gar nicht liefert. Dann sieht der Zugewinn des neuen Modells gar nicht mehr so gut aus:

Kann denn ein Amprius SA112 - getarnt als G68 - überhaupt 6800 oder fast 7000 mAh erreichen, fragt man sich jetzt womöglich. Ich kann nur sagen was die zwei Akkus von Amprius und von Vapcell in meinen Tests geliefert haben. Im Netz habe ich zu dem Amprius SA112 mal nach weiteren Ergebnissen geschaut und diese gefunden:
Die 6800 mAh die Vapcell auf die G68 schreibt, scheinen also nicht unrealistisch. Fast 7000 mAh die Vapcell gemessen haben will, hat aber bisher niemand unabhängig bestätigen können. Bei der nominellen Spannung, auch wenn es sich dabei nicht um eine echte Spannung handeln, wäre es wünschenswert gewesen, wenn Vapcell die 3,46V des echten Herstellers dieser Zelle übernommen hätte. Denn die Spannungslage ist nun einmal aufgrund der chemischen Zusammensetzung niedriger.
Wenn du die originale Zelle kaufst, steht auf der 6,5 Ah, 22,5 Wh und 3,46V. Laut Vapcell werden daraus bis zu 6970 mAh. Und dank KI-Slop auch 3,7V und 25,16Wh. Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen. Bis zu 6700 mAh erreichen die G68. Damit liefert das neue Modell 100 mAh mehr als die F66 von Vapcell. Das Versprechen von Vapcell, die derzeit höchste Kapazit zu liefern, erfüllen die G68.
Eine tabellarische Übersicht aller getesteten 3,6V Akkus findet ihr hier.
Hier kannst du diesen Akku bzw. gute Alternativen kaufen:
Für meine Tests verwende ich unter anderem dieses Equipment:
Die letzten Tests im Bereich der 3,6V Akkus:
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