CUKTECH PB200N (20.000 mAh / 45 W) im Test

Januar 2026



Einleitung / Transparenzhinweis:

Nachdem die INIU P51L oberhalb von 30W nicht die Leistung liefern konnte die ich erwartet hätte, habe ich mich entschieden, auch ein 45W eines anderen Anbieters zu testen. Vermutlich auch aufgrund der Reihenfolge, die Amazon bei der Suche anzeigt, aber auch aufgrund des geringen Preises von gerade einmal 18,90€ fiel die Wahl auf die CUKTECH PB200N.

Die Daten lesen sich sehr ähnlich. Beide bieten 20.000 mAh, maximal 45W, ein integriertes USB-C Kabel, einen USB-A und einen USB-C Anschluss. Bei Größe und Gewicht gibt es allerdings große Unterschiede. Die CUKTECH Powerbank wiegt 54% mehr und ist 40% größer. Im ersten Augenblick klingt das wenig attraktiv. Wer will schon eine große, klobige und schwere Powerbank mit sich herumschleppen, wenn es auch deutlich kleiner und leichter geht? Niemand. Aber möglicherweise hat CUKTECH mit ihrer Version der 45W Variante keine thermischen Probleme und liefert ihre Maximalleistung im Dauertest ohne zu drosseln oder abzuschalten. Größe und Gewicht deuten zumindest darauf hin, dass vielleicht eine passive Kühlung verbaut wurde.



Display, Bedienung, Anschlüsse:

Wie bereits erwähnt, besitzt die PB200N drei Anschlüsse: USB-A Port, USB-C Port und ein integriertes USB-C Kabel. Die Beschriftung der Ports ist nur bei gutem Licht und sehr guten Augen lesbar.




Das Display befindet sich an der Seite und zeigt nur den ungefähren Ladezustand an. Da ein angezeigtes Prozentzeichen fehlt, können vielen Zahlen auch auf Kopf gelesen werden, der abgelesene Ladezustand stimmt dann natürlich nicht:




Die Anordnung an der Seite und Größe des Displays gefallen mir persönlich besser, als die spiegelnde und vermutlich auch schnell verkratzte Oberfläche bei INIU Modellen oder der MAOMAOCON Powerbank, die gut ein Drittel der Seitenoberfläche bedeckt. Das mag aber Geschmackssache sein.

An der Seite befindet sich eine Taste, ein einfacher Klick aktiviert das Display und der Ladezustand wird angezeigt. Ein Doppelklick aktiviert den Low Current Modus. Ist dieser aktiv, wird im Wechsel der Ladezustand und ein umlaufender „-“ angezeigt. Im Low Current Mode bleiben die Ports nach meinem Test mit 0,2W für eine Stunde und 56 Minuten aktiv.



Probleme schon beim ersten Laden:

Die Powerbank kam - laut Anzeige - mit einem Ladezustand von 50% bei mir an. Wie alle Energiespeicher, durchläuft auch sie vor dem ersten Test drei vollständige Zyklen. Schon beim ersten Laden war von den beworbenen 40W keine Spur. 18W zeigt das Messgerät an. 20V ruft die Powerbank ab und erhält sie auch. Das genutzte Netzteil (Toocki TCT140-40B) könnte bis zu 5A bereitstellen, aber die CUKTECH Powerbank möchte nicht mehr als 0,89A (18W). Auch der Wechsel des USB-Kabels und der Test mit einem 65W Netzteil ändern nichts daran. Die Powerbank lädt nur mit 18W. Auch spielt es keine Rolle ob man den USB-C Anschluss zum laden verwendet oder das integrierte USB-C Kabel.

Beim zweiten Ladevorgang wurde dann immerhin mit 38W geladen (0 bis 50%). Anschließend nur noch mit 18W (ca. 50-80%), danach nur noch mit 9W. Zwar ist es normal, dass Li-Ionen Akkus, wenn die Zellspannung 4,2V erreicht den Ladestrom senken (CV-Phase), dass diese Phase allerdings bereits bei angezeigten 50% Ladezustand eintritt, ist eher unwahrscheinlich. Außerdem sinkt der Ladestrom in der CV-Phase kontinuierlich, nicht stufenweise.

Beim dritten Ladevorgang wurde die Powerbank von Anfang an nur mit 18W geladen. Entsprechend lange hat das vollständige aufladen gedauert. Die sechs folgende Ladevorgänge liefen ebenfalls mit maximal 18W. Danach wurde sechs mal in Folge mit bis zu 38W geladen. Der letzte Ladevorgang lief wieder nur noch mit maximal 18W. Ein reproduzierbares Verhalten lässt sich nicht erkennen. Wird mit bis zu 38W geladen, beträgt die Ladezeit 3,9 Stunden, bei maximal 18W sind es 5,5 Stunden.



Herstellerangaben vs. Messwerte:



USB-C Port USB-C Kabel USB-A
Input (Herstellerangabe) 5V / 3A / 15W
9V / 3A / 27W
12V / 3A / 36W
15V / 2,6A / 40W
20V / 2A / 40W
-
Input (Messung) 5V / 2A / 10W (7,9 h)
20V / 0,9A / 18W (5,5h)
20V / 1,9A / 38W (3,9 h)
-
Output (Herstellerangabe) 5V / 3A
9V / 3A
12V / 3A
15V / 3A
20V / 2,25A
5 - 11V / 5A
(max 55W)
5V / 3A
9V / 3A
12V / 2,5A
5 - 11V / 3A
(max 33W)
Output (unterstützte Protokolle) PD: 5V; 9V; 12V; 15V; 20V
QC 2.0: 5V; 9V; 12V
QC 3.0: 12V
PPS: 5-11V 5A // 5-20V 2,5A
PD: ---
QC 2.0: 5V; 9V; 12V
QC 3.0: 12V
PPS: ---
Output Single-Port (Messung) 5V / 3,6A
9V / 3,6A
12V / 3,6A
15V / 3,6A
20V / 2,7A
5V / 3,6A
9V / 3,6A
12V / 2,7A
Output Multi-Port (Herstellerangabe) 5V / 3A / 15W
Output Multi-Port (Messung) 5V / 4,6A / 23W
getestet: USB-A + USB-C Port (je 2,3A)
Interner Akku (Herstellerangabe) 7,4 V / 10.000 mAh / 74 (75,5) Wh
Interner Akku (abgeleitet aus Input und Output) ca. 70 Wh
95% der Herstellerangabe



Vergleichsdiagramme:





Wie viel fließt rein, wie viel raus Powerbank Wirkungsgrad Powerbank Preis pro kWh Wh pro kg Wh pro Liter Watt an einem Port Wattstunden nach Leistung Ladezeit

1: basierend auf den maximalen Wh die tatsächlich entnommen werden konnten
2: Maximale Leistung die ein Port bzw. verteilt über mehrere Ports (kurzzeitig) abgegeben werden kann.
3: Leistung die entweder dauerhaft bis zum vollständigen entladen geliefert werden kann, oder bis zum Zeitpunkt an dem die Powerbank die Leistung selbstständig drosselt (meist aufgrund thermischer Probleme).



Spannungsverlauf nach Last:








Temperaturen:




Die Aufnahme wurde kurz vor Ende der 40W Messung aufgenommen. Die höchste Dauerlast meines Testparcours die die Powerbank ohne drosseln absolvieren konnte.



Auswertung:

Ich fange mal mit den positiven Punkten an: Die PB200N liefert pro Port die Leistung die versprochen wird und hat auch ein paar Reserven. Nutzt man mehrere Ports gleichzeitig, stehen nicht nur 15W zur Verfügung die CUKTECH nennt, es sind sogar 23W. Den Dauertest mit 40W hat die PB200N von CUKTECH problemlos überstanden. Genau der Punkt, an dem die INIU P51L gescheitert ist.

An 50W scheitert dann aber auch die PB200N. Zwar wird sie als 45W Modell vermarktet, aber es werden auch „55W für Xiaomi“ mehrfach genannt. Und die Ports melden auch, dass über PPS bis zu 20V und 2,5A (50W) möglich ist. Bei dieser Spannung lief der Dauertest mit 50W auch, aber bei etwa 50% Ladezustand hat die Powerbank abgeschaltet. Vermutlich auch, aufgrund thermischer Probleme. Aufgrund der Größe und des Gewichts, hätte ich mir hier mehr erhofft.

Bezüglich der Energie die die Powerbank maximal abgeben kann, sind die 62,4 Wh für ein 20.000 mAh Modell etwas wenig. Selbst ein vor 10 Jahren testetes Modell mit schlechterer Gesamteffizienz konnte mehr liefern. Da die PB200N auch etwas weniger Energie beim Laden aufnimmt als andere 20.000 mAh Modelle, dürfen die 74 bzw. sogar 75,5 Wh die CUKTECH nennt, bezweifelt werden. 18.000 mAh werden es etwa sein, der exakte Wert ist unwichtig. Wichtig ist die Energie die entnommen werden kann und in dem Punkt muss man ehrlich sagen, die INIU P51L liefert bis zu 11 Wh mehr, immerhin 17,5%. Und das obwohl beiden eine "20.000 mAh Powerbank" sind. Selbst im Dauertest mit 30W liefert das Modell von INIU noch 10 Wh bzw. 16,6% mehr Energie. Erst bei 40W und mehr ist das Modell von CUKTECH besser. Was aber auch nicht schwer ist, da die P51L von INIU praktisch nicht nutzbar ist bei dieser Leistung.



Gleichzeitig Laden und Entladen (Pass-Through-Charging) und Eignung als USV:

Die Powerbank selbst lädt mit bis zu 18W, manchmal auch mit 38W. Schließen ich mein Telefon an, wird das mit maximal 12W geladen (begrenzt durch das Telefon, nicht durch die Powerbank). Wie sieht es aber aus, wenn beides gleichzeitig angeschlossen ist?

Die PB200N arbeitet beim Pass-Trough-Charging sogar mit 9V, vermutlich weil meine Telefon keine höhere Spannung unterstützt, sonst wäre vielleicht auch mehr möglich. In die Powerbank fließen 20W (9V; 2,2A), an das Telefon werden 11W (9V, 1,2A) weitergegeben.

Wie sieht es mit der Nutzung als USV aus? Szenario1: Man möchte die Powerbank als USV an seinem heimischen Router verwenden. Der kann zwar nicht per USB mit Strom versorgt werden, aber einen USB-C auf Hohlstecker Adapter der eine festgelegte Spannung, z.B. 12V abruft, gibt es für unter einem Euro zu kaufen. Damit kann der Router im Notfall problemlos mit der Powerbank betrieben werden. Aber geht das auch unterbrechungsfrei? Nein. Zwar kann die Powerbank die 12V auch beim Laden bereitstellen, aber nicht unterbrechungsfrei.

Szenario2: Die Powerbank wird mit einem alten USB-Steckernetzteil versorgt das keine Schnellladeprotokolle kennt, nur 5V. An der Powerbank hängt ein Raspberry Pi, auch der kennt keine Schnellladeprotokolle, nur 5V. Fällt der Netzstrom aus, wird der Raspberry Pi ununterbrochen mit Strom versorgt und läuft weiter? Leider nein, auch hier kommt es zu einer kurzen Unterbrechung.



Eindeutige, vielleicht sogar nachvollziehbare Modellbezeichnungen, kann doch nicht so schwer sein, oder? Doch!

Jeder der eine Powerbank von Anker hat(te), wird sich die Frage gestellt haben: Ist euch wirklich nichts Besseres eingefallen zum Thema Modellbezeichnungen? Wirklich nicht? Bei INIU weichen die Modellbezeichnungen zwischen Webseite und Aufdruck auf den Geräten ab. Und auch auf Nachfrage erhält man keine Erklärung. Bei CUKTECH ist es nicht viel besser. Auf meinem Exemplar wird PB200N als Modellbezeichnung angegeben. Sucht man danach auf der Herstellerwebseite, finden man nichts. Auf der Vorderseite steht aber auch noch „CUKTECH CP25“, auch darunter findet man nichts. Aber die Produktseite existiert. Auf einem der Bilder wird plötzlich „CP253L“ genannt.

Vielleicht ist es nur Zufall, dass ich genau diese drei Hersteller als letztes getestet habe. Es wäre schon schön für Kunden, wenn man mithilfe der Modellbezeichnung die auf dem gelieferten Produkt steht, beim Hersteller auch was finden würde. Immerhin, bei CUKTECH habe ich keinen Bullshit finden können, nachdem ich die Produktseite zur PB200N gefunden habe.

Auch nachvollziehbare Modellbezeichnungen scheinen für Hersteller eine Herausforderung zu sein. Z.B. Modelle wie P51 und P51L. Steht L für large, also die normalgroße Variante? Vielleicht. Und P51 ist dann die kleine bzw. Mini Variante der P51L? Nein. P51 ist die Mini Variante der BI-B5. Ist doch logisch, oder?




Fazit:

Kompakt ist diese Powerbank nicht, aber immerhin versucht CUKTECH diese Eigenschaft auch nicht zu suggerieren. 40W Dauertest besteht sie, 50W schafft sie zur Hälfte. Kneift man beide Augen zu, ist da auch ein Akku mit „20.000 mAh“ drin. Gepaart mit einem etwas niedrigeren Wirkungsgrad als vergleichbare Modelle, machen die PB200N zu einer Powerbank die recht wenig Energie liefert, für ihre Klasse. Aber in Anbetracht des Preises von rund 19€ ist das €/kWh Verhältnis nicht schlecht. Beim Laden sollte man Geduld mitbringen. Oder Glück. Am besten beides.




Weiterführende Links:


Eine tabellarische Übersicht aller getesteten Powerbanks findet ihr hier. Dort findet ihr auch Infos wie ich teste, warum ich keine Kapazität (mAh) bei meinen Messungen angebe, sondern nur Energie (Wh) und auch eine Erklärung warum ich nicht mit einer einfachen Dreisatzberechnung behaupte, die wahre (interne) Kapazität einer Powerbank berechnen zu können, wie es manch anderer macht.

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