SBAOH YC06 (296 Wh / 80 Ah) im Test

Januar 2026



Einleitung / Transparenzhinweis:

Powerbanks im Bereich bis 30 Ah gibt es viele. Ab 50 Ah findet man kaum bis gar keine Modelle mehr von namhaften Anbietern. Auf Amazon finden sich zwar Powerbanks mit 60, 80 oder 90 Ah, aber nur generische Namen mit zweifelhaftem Kapazitätsangaben. Und selbst wenn die Energiemenge die gespeichert werden kann, korrekt ist, können viele Modelle nur wenig Leistung abgeben. 22,5W, manchmal auch 65W. Bei 80 Ah bzw. 0,3 kWh möchte man vermutlich ein wenig mehr Leistung entnehmen, als nur 65W.

Kleinere Powerbanks, aber mit 100 oder 140W gibt es wiederrum, auch von namhaften Herstellern. 140W bei einer Powerbank die aber nur 25 Ah hat, bedeutet allerdings auch, sie ist in rund 30 Minuten leer, falls sie die 140W dauerhaft liefern kann. Das scheint mir ein sehr spezieller Anwendungsfall zu sein, dass ich eine verhältnismäßig kleine Powerbank brauche für 30 Minuten, um irgendetwas mit 140W zu versorgen.

Zwischen kapazitätsstark und wenig Ausgangsleistung und relativ kapazitätsschwach mit hoher Ausgangsleistung findet man unter dem Schlagwort Powerbank eigentlich nichts. Sucht man hingegen nach Powerstation, tauchen durchaus interessante Modelle auf. Anker SOLIX C300 DC oder Ecoflow TRAIL 300 DC dürften hierzulande die vielleicht bekanntesten Vertreter sein, wenn man die Suche auf reine DC Geräte beschränkt. Beworben werden sie als Powerstations, aber eigentlich sind es auch nur große Powerbanks, mit Tragegriff.

Aufgrund der deutlich höheren Energiemenge die diese Geräte speichern können, wäre es sehr zeitaufwendig sie durch meinen Powerbank Testparcours zu schicken. Zwar sind es Powerbanks, aber laden mit 5V oder entladen mit 5W ist für diese Energiemenge wenig praxisnah. Daher werde ich Geräte die mehr als 150 Wh speichern können, ein wenig anders testen als Powerbanks. Geladen wird nur noch mit Schnellladung. Entladen wird mit 25W, 50W, 100W, 150W, 200W oder 250W. Die Last wird, sofern ein Port die Leistung nicht liefern kann, über mehrere Ports verteilt. Da diese Geräte auch für das gleichzeitige Aufladen mehrerer Geräte gedacht sind, ist das auch praxisnah. Wie genau die Last auf die einzelnen Ausgänge verteilt wird, kann ich nicht für alle Geräte festlegen, da nicht jedes Gerät die gleiche Ausgangsleistung je Port bietet. Teilweise geben Anbieter auch gar nicht an wie hoch die „Multiport“ Ausgangsleistung ist und wie diese verteilt werden muss. Ich muss es daher, wie in diesem Review, ausprobieren welche Ports gleichzeitig wie viel Leistung abgeben können.



Vergleich der Herstellerangaben:

Ich habe mir zunächst einmal einen Marktübersicht verschafft und geschaut, welche Powerstation im Bereich 200 bis 300 Wh gibt es auf dem Markt. Auf Amazon habe ich diese Modelle gefunden (reine DC Geräte, ohne AC):


Modell Anker SOLIX C300 DC Ecoflow TRAIL 300 DC SBAOH YC06 CTOLITY AP200L AsperX 192Wh SWAREY 192Wh
Energie
(Kapazität)
288 Wh
(90 Ah)
288 Wh
(90 Ah)
296 Wh
(80 Ah)
192 Wh
(60 Ah)
192 Wh
(60 Ah)
192 Wh
(60 Ah)
Akkutyp LFP LFP Li-Ion LFP LFP LFP
Volumen 2,98 l 3,19 l 2,05 l 2,05 l 1,80 l 2,20 l
Gewicht 2,8 kg 2,58 kg 2,12 kg 1,75 kg 1,9 kg 2,0 kg
Laden: 2x 140 W 2x 140 W 100 W 140 W (USB)
150 W (Solar/KFZ)
100 W / 200 W** 180 W
Preis 160 € 180 € 75 € 90 € 90 € 92 €
Link zu Amazon klick* klick* klick* klick* klick* klick*

**: Widersprüchliche Angaben gefunden

Preise: die angegebenen Preise beziehen sich auf den niedrigsten Preis bei Amazon in den letzten Monaten. Prime Exklusive Angebote oder Black Friday Angebote habe ich nicht berücksichtigt. Wobei keines der Modelle während der Black Friday Angebote günstiger war. Die Produkte waren auch schon vor Black Friday mal günstig zu bekommen, wurden aber kurz vorher wieder teurer angeboten um eine Ersparnis zu Black Friday zu suggerieren (typisch Amazon eben).

Welches der Modelle teste ich nun? Alle wäre wohl ein schöner Vergleichstest. Kann ich mir aber nicht leisten. Ich habe alle Anbieter in dieser Liste (außer SBAOH) angeschrieben und bzl. eines Leihgerätes für einen Vergleichstest angefragt. Wie erfolgreich das war, habe ich ans Ende des Reviews verschoben (In eigener Sache). Warum ich alle, außer SBOAH angeschrieben habe, das kam so:

Kurz vor dem Black Friday war der 11.11. Super Sale bei Aliexpress und ich entdeckte die SBAOH YC06. Dank Rabattcodes und Sonderangeboten kostet sie nur knapp 57€ inkl. Versand. Für den Preis wurde ich schwach. Und mich hat natürlich auch interessiert, bekommt man hier für den Preis wirklich 0,3 kWh Speicher? Am 19.11. bestellt, am 21.11. wurde sie geliefert.



Display, Bedienung, Anschlüsse:

Schon bei auspacken die erste Überraschung: Der Text auf dem Karton ist sogar deutsch. Hätte ich nicht erwartet, bei diesem vermutlich generischen Markennamen. Sogar ein mehrsprachiges Handbuch liegt bei. Die nächste Überraschung beim ersten Einschalten: Das Display kann sogar Watt anzeigen die rein oder raus fließen. Auf den meisten Produktbildern ist ein Display zu sehen, dass diese Funktion nicht hat. Anscheinend gibt es verschiedene Revisionen dieser Powerstation.

Auf einem der Produktbilder, auf dem bereits das neuere Display gezeigt wird, stellt SBOAH einen Vergleich mit einem Konkurrenzprodukt an, das optisch stark an den Anker SOLIX C300 erinnert. Untertitelt ist das Ganze mit „Stromanzeige genauer“. Das wirkt allerdings wenig glaubwürdig – denn das Display des Vergleichsmodells liefert deutlich mehr Informationen und ist objektiv wesentlich übersichtlicher. Wenn man außerdem weiß, dass die fünfstufige Balkenanzeige von SBOAH selbst dann noch zwei Balken zeigt, wenn der Akku bereits zu über 95 % entladen ist, wird klar, wie absurd diese Werbebotschaft ist. Das Bild ist so offensichtlich Marketing-Bullshit, dass es schon wieder amüsant wirkt.

Geliefert wurde die Powerstation mit einem Akkuladezustand von 4/5 Balken. Da die Anzeige sehr ungenau ist, kann ich nur Anhand der Ladezeit abschätzen, dass sie mit etwa 50% Ladung geliefert wurde. Das ist ein durchaus geeigneter Ladezustand für gelagerte Li-Ionen Akkus. Bevor sie den Testparcours durchlaufen hat, wurde sie dreimal vollständig ge- und entladen.

Die Powerstation besitzt zwei Tasten, eine für die Laternenfunktion (schwach, stark, SOS), die andere zum ein- bzw. ausschalten der Anschlüsse. Bestimmte Gruppen von Ausgängen zum Aktivieren oder Deaktivieren gibt es nicht. Die Helligkeit der Laterne liegt nach meinen Messungen bei 30 bzw. 100 Lumen. Allerdings ist meine Messvorrichtung auf Taschenlampen ausgelegt, nicht auf eine riesige Powerbank die ich hineinstelle. Daher sind die Werte nur eine grobe Orientierung. Die Lichtfarbe ist mit 3000 K sehr angenehm.




Insgesamt 6 Anschlüsse bietet die Powerstation, einer davon ist gleichzeitig der Eingang. 2x USB-C, 3x USB-A und ein DC 12V. Leider ist der leistungsstärkste Ausgang auch gleichzeitig der Eingang. Das ist etwas bedauerlich. Wird die Powerbank geladen, lassen sich über USB-C nur noch maximal 30W abnehmen, über die DC Ausgang theoretisch 60W. Im Vergleich zu anderen Produkten, ist das auf den ersten Blick ein Manko. Auf der anderen Seite, wer die Powerstation lädt, kann leistungshungrige Verbraucher für die Zeit des Ladens auch an das bereits angeschlossene Netzteil anschließen, sofern es mehrere Ports hat und genügend Leistung liefert. Alternativ nutzt man für die Zeit einfach eine andere Steckdose. Denn wo eine ist, sind meist auch mehrere. Insofern ist die Einschränkung beim Laden zwar vorhanden, aber verschmerzbar.

Laut Handbuch kann das Display auch ein Dreieck mit Ausrufezeichen anzeigen. Wann dieses Symbol aufleuchtet, verrät das Handbuch nicht. Eine nützliche Funktion, die das Handbuch aber beschreibt: bei unter 150mA schaltet die Powerstation ab. Sofern man Verbraucher anschließt, die nur sehr geringe Ladeströme benötigen, soll man die Powertaste für 3-5 Sekunden gedrückt halten. Das aktiviert einen Modus, in dem auch kleine Verbraucher weiter versorgt werden sollen. Ob dieser Modus aktiv wurde, kann man laut Handbuch nicht erkennen. Der reine Glaube daran, dass es aktiviert wurde, soll wohl reichen. Glücklicherweise irrt sich hier das Handbuch.

Fragen hat bei mir der Hohlsteckeranschluss aufgeworfen. Egal ob in der Artikelbeschreibung, in der Tabelle auf dem Karton, oder im Handbuch. Er wird immer als 12V DC 5,5mm bezeichnet. Die korrekte Bezeichnung wäre DC5521 oder DC5525, je nachdem was verbaut wurde. Zwar passen mechanisch beide Größen in eine DC5521 Buchse und können auch beide durchaus „fest sitzen“, ein DC5525 Stecker in einer DC5521 Buchse hat aber innen keinen vernünftigen Kontakt. Hier entstehen Übergangswiderstände, die führen zu Wärme und im schlimmsten Fall zum Brand. Da sich sowohl DC5521 als auch DC5525 Stecker einstecken lassen, muss es sich um einen DC5521 Anschluss handelt. Wer sich an dieser Stelle fragt, wie man herausfinden kann, ob ein Stecker DC5521 oder DC5525 ist: Man nehme einen 2,5mm Bohrer. Er passt nur in den DC5525 Stecker, aber nicht in den DC5521 Stecker



Herstellerangaben vs. Messwerte:



USB-C "100W" USB-C "30W" USB-A1 USB-A2 USB-A3 DC5521 (12V)
Input (Herstellerangabe) 5V / 3A
9V / 3A
12V / 3A
15V / 3A
20V / 5A
-
Input (Messung) 20V / 4,7A (93W)
3,75 h
-
Output (Herstellerangabe) 5V / 3A
9V / 3A
12V / 3A
15V / 3A
20V / 5A
"PD 30W"
(keine weiteren Angaben)
"QC3.0 18W"
(keine weiteren Angaben)
12V / 5A
Output Single-Port (Messung) 5V / 3,4A
9V / 3,4A
12V / 3,3A
15V / 3,3A
20V / 5A
5V / 3,8A
9V / 3,9A
12V / 3,4A
(max. 41W)
5V / 3,9A
9V / 3,3A
12V / 2,7A
(max. 30W)
5V / 3,4A
9V / 2,7A
12V / 2A
(max. 24W)
12V / >6A
(min. 70W)
Output (unterstützte Protokolle) PD: 5V, 9V, 12V, 15V, 20V
QC 2.0: 5V; 9V; 12V
QC 3.0: 12V
PPS: 3,3 - 11V 3A // 3,3 - 21V 3A
PD: 5V, 9V, 12V
QC 2.0: 5V; 9V; 12V
QC 3.0: 12V
PPS: 3,3 - 11V 3A
PD: ---
QC 2.0: 5V; 9V; 12V
QC 3.0: 12V
PPS: ---
-
Output Multi-Port (Herstellerangabe) keine Angaben
Output Multi-Port (Messung) Siehe Maximale Gesamtleistung
Interner Akku (Herstellerangabe) 296 Wh (80 Ah)
Li-Ion
Interner Akku (abgeleitet aus Input und Output) 296 Wh
100% der Herstellerangabe



Vergleichsdiagramme:





Wie viel fließt rein, wie viel raus Powerbank Wirkungsgrad Powerbank Preis pro kWh Wh pro kg Wh pro Liter Watt an einem Port Wattstunden nach Leistung Ladezeit

1: basierend auf den maximalen Wh die tatsächlich entnommen werden konnten
2: Maximale Leistung die ein Port bzw. verteilt über mehrere Ports (kurzzeitig) abgegeben werden kann.
3: Leistung die entweder dauerhaft bis zum vollständigen entladen geliefert werden kann, oder bis zum Zeitpunkt an dem die Powerbank die Leistung selbstständig drosselt (meist aufgrund thermischer Probleme).




Spannungsverlauf nach Last:
















Hinweis: Der DC5521 Anschluss ist ein geregelter Anschluss. Manche Powerstation am Markt geben über diesen Anschluss die tatsächliche Zellspannung aus (ungeregelter Anschluss). In diesem Fall sinkt die Spannung je leerer die Powerstation ist. Ein geregelter Anschluss hingegen liefert immer ca. 12V, egal wie voll die Akkus sind.




Maximale Gesamtleistung

SBOAH macht keinerlei Angaben zur Gesamtleistung aller Ausgänge – weder im Handbuch noch in der Produktbeschreibung. Auf Nachfrage beim Support kam lediglich die Antwort:

„Hello, friend. Could you please send me a picture or video? Thank you.“

Das hilft an der Stelle nicht weiter. Die Powerstation verfügt über sechs Ausgänge:

  • 3x USB-A (QC bis 12 V, je 18W)
  • 1x USB-C (PD bis 100W)
  • 1x USB-C (PD bis 30W)
  • 1x DC5521 (12V, 60W)

Rein rechnerisch ergeben sich damit zahlreiche Kombinationen, die man testen müsste, um die maximale Gesamtleistung zuverlässig zu bestimmen – viel zu viele, um jede einzeln durchzuprobieren. Typischerweise ist die Sache bei günstigen Powerbanks klar: Mehrere USB-Ports bedeuten trotzdem nur ein einzelner DC-Wandler, den sich alle Ausgänge teilen müssen. Das begrenzt die Gesamtlast erheblich, senkt die Kosten und vereinfacht das Design.

Teurere Powerbanks und Powerstations setzen dagegen auf mehrere unabhängige DC-Wandler, wodurch Ports gleichzeitig mit höheren Leistungen betrieben werden können. Allerdings gilt auch hier: Auch viele Markenprodukte liefern nicht die Summe der Einzelleistungen ihrer Ports. Beispiel: Die Anker SOLIX C300 DC stellt über die beiden USB-A und den schwächeren USB-C zusammen maximal 20 W bereit – intern laufen diese drei Ports über einen einzigen Wandler.

Soweit die Theorie. Doch wie sieht es bei SBAOH aus? Ein Verkaufspreis unter 60 € lässt vermuten, dass irgendwo gespart wurde. Vielleicht genau hier – bei der Gesamtleistung? Welche Ports einen gemeinsamen DC-Wandler nutzen lässt sich noch recht einfach herausfinden. Man ruft an einem Port eine höhere Spannung als 5V ab, die Last spielt dabei keine Rolle. Jetzt versucht man das gleiche an den anderen Ports. Teilen sich zwei Ports einen Wandler, werden aber zwei Spannungen - egal ob gleich oder unterschiedlich - abgerufen, weiß der Wandler nicht welche Spannung er bereitstellen soll. Er kann nur eine Spannung liefern, nicht zwei verschiedene. Daher steht bei gleichzeitiger Nutzung mehrerer Ports für alle Ports nur 5V zur Verfügung.

Nach Überprüfung aller möglichen Kombinationen bin ich zu folgendem Ergebnis gekommen:

  • USB-C „100W“ hat einen eigenen Wandler
  • USB-C „30W“ und USB-A (oben) teilen sich einen Wandler
  • USB-A (Mitte) und USB-A (unten) teilen sich einen Wandler
  • Der DC5521 muss einen eigenen Wandler haben, da dieser Anschluss eine feste Spannung hat

Es sind also vier Wandler die belastet werden können, die Frage ist nur, mit welcher Gesamtleistung? USB-C „100W“ und den DC5521 Anschluss hatte ich bereits für den 150W Dauertest mit 100+50W belastet. Da war ich mir schon vorher ziemlich sicher, dass die beide unabhängig voneinander arbeiten. Im nächsten Schritt habe ich USB-C „30W“ und USB-A (oben) bzw. USB-A (Mitte) und USB-A (unten) gleichmäßig belastet.

  • USB-A (Mitte) und USB-A (unten) liefern gemeinsam bis zu 23W bei 5V
    • Da jeder Port alleine aber auch 23W liefert bei 12V, spielt es keine Rolle ob man die Last an einem Port anlegt, oder auf beide Ports aufteilt
  • USB-C „30W“ und USB-A (oben) liefern ebenfalls gemeinsam bis zu 23W bei 5V
    • Da der USB-C Port alleine aber eine höhere Leistung liefert, kann die maximale Gesamtleistung nur durch Nutzung diese Ports allein erreicht werden

100W (USB-C „100W“) + 30W (USB-C „30W“) + 60W (DC5521) + 23W (USB-A Mitte/unten) wären also theoretisch möglich. Die Gesamtleistung könnte bis zu 213W betragen, wenn es nicht zu thermischen Problemen kommt, oder eine andere Komponente begrenzt. Die 213W habe ich nicht getestet, aber 200W im Dauertest. Die Last war dabei über die genannten vier Ports verteilt.

Genau eine Stunde lief der Test und die Powerstation lieferte konstant 200W. Dann hörte man ein ganz leises klicken und die abgegebene Leistung wurde auf 100W reduziert.




Von außen lassen sich die Temperaturen nur schwer beurteilen, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass eine Thermosicherung oder thermischer Schutz ausgelöst wurde. Gut zu wissen, dass diese Powerstation diesen Schutz hat, und das er funktioniert. Nach einer kurzen Abkühlphase konnten alle Ports auch wieder die volle Leistung liefern. In die Bewertung zum 200W Dauertest geht nur die Energie ein, die bis zur Drosselung geliefert wurde, also 200 Wh.




Auswertung:

In den letzten Monaten habe ich mir den Markt der Powerbanks und kleinen Powerstations immer wieder angesehen und mich gefragt: Warum ist eine 74Wh Powerbank die nur 22W Ausgangsleistung hat so günstig. Oder anders ausgedrückt, warum ist das Modell mit ebenfalls 74Wh, aber 65W Ausgangsleistung mehr als doppelt so teuer? Gleiches gilt für die kleinen Powerstations von Anker, Ecoflow und Co ebenfalls. Im Vergleich zu Powerbanks mit 20.000 bis 30.000 mAh ist ihr € pro Kilowattstunde, also das Preis-Leistungsverhältnis extrem schlecht:




Die mit * markierten Geräte habe ich nicht getestet, hier wurde folgende Annahme getroffen: Sie können die Energie speichern die beworben wird. 90% davon können sie tatsächlich abgeben (10% Wandlerverluste). Als Preis wurde der günstige Preis aus den letzten Monaten bei Amazon angesetzt. Obwohl ich für die Powerstation von SBAOH unter 60€ bezahlt habe, wurde der günstigste Preis bei Amazon (75€) zur Berechnung dieser Statistik verwendet.

Die Preise für Li-Ionen/LFP Akkus sind in den letzten Jahren stark gesunken. Und an den günstigen Modellen mit geringer Ausgangsleistung sieht man das auch. Aber warum sind Powerbanks/Powerstations drei bis viermal so teuer, sobald sie mal einen 100W Port haben? Angeblich wegen der Elektronik. Ja, die ist komplexer, das stimmt. Und die Kosten für diese in einer solchen Powerbank, liegen im hohen zweistelligen Centbetrag. Und der Rest des Aufpreises ist? Ich habe da eine Vermutung, insbesondere da diese Firmen immer mal wieder bis zu 50% Rabatt geben auf ihre Produkte.

Ich konnte mir in den letzten Monaten nicht verkneifen das unter die ein oder andere News von neuen Produkten zu schreiben. Völlig zurecht wurde ich gefragt, welches deutlich günstigere Produkt gäbe es denn am Markt? Bisher musste ich die Antwort schuldig bleiben, denn ich empfehle nur Produkte die ich getestet habe. Hier ist nun die Antwort: SBAOH YC06

Eine fast 300 Wh Powerstation, die diese Energiemenge tatsächlich speichern kann. Bei einem Preis von zeitweise unter 60€ (inkl. sehr schnellen Versand) sind Zweifel an den angegebenen 296 Wh sicherlich angebracht. Aber diese Powerstation liefert ab. Nicht nur, dass sie bis zu 275 Wh abgeben kann, sie liefert diese Energie auch nahezu vollständig ab, wenn der leistungsfähigste Port mit 100W dauerhaft belastet wird. Macht man das gleiche mit einer x-beliebigen Powerbank, kommen gerne mal nur noch 80% der Energie aus der Powerbank gegenüber einer Belastung mit sehr geringer Last. Wobei diese Angabe noch als gut zu bezeichnen ist. Die meisten Powerbanks dürften ihre 65, 100 oder 140W mit denen sie beworben werden, nur kurz liefern und dann aufgrund von thermischer Probleme nur noch mit gedrosselter Leistung laden. Das die SBAOH YC06 so viel Energie liefern kann, verdankt sie auch dem hohen Wirkungsgrad, den die Elektronik erreicht. Leistungsfähige und effiziente Elektronik muss also nicht teuer sein.

150W im Dauertest waren kein Problem, und auch die 200W hat sie zumindest für eine Stunde liefern können. Dann wurde ihr wahrscheinlich zu warm. Ein entsprechender Schutz ist vorhanden und funktioniert. Auch daran wurde bei unter 60€ also nicht gespart. Die einzelnen Ports liefern mindestens die Leistung die dran steht. Theoretisch sogar mehr. Den USB-C „30W“ Port kann man auch dauerhaft mit 40W belasten. In der Praxis wird er aber nie mehr als 30W liefern, das Aushandeln der Schnellladeprotokolle erlaubt nicht mehr. Das es 30% Leistungsreserve gibt, zeigt aber, auch hier wurde nicht gespart. Etwas, dass man bei dem Preis fast schon erwarten würde.




Praxistest mit einer Kompressor-Kühlbox:

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Praxistest mit einer Kühlbox sein. Aber nicht mit einer thermoelektrischen Kühlbox, also den Modellen die in erster Linie Erderwärmung erzeugen und vielleicht auch „bis zu 20 Grad unter Umgebungstemperatur“ kühlen. Sondern mit einer Kompressor-Kühlbox. Oder einfach gesagt, ein kleiner Kühlschrank auf Rädern, der wenigstens einigermaßen effizient arbeitet.

Zwar besitzt die SBAOH YC06 keinen KFZ-Anschluss, aber einen Adapter von DC5521 gibt es für wenige Euro. Leider ließ sich meine Kühlbox nicht an der Powerstation betreiben. Das originale Netzteil hat 60W, also genau die Leistung die auch der DC5521 Ausgang liefern kann. Leider brauchen Kompressoren beim Anlaufen sehr viel mehr Strom, wenn auch nur für den Bruchteil einer Sekunde. Leider schaltet sich meine Kühlbox sofort ab. Ich kann nicht 100%ig ausschließen, dass (auch) aufgrund des Adapters die Spannung abfällt und deshalb der Kompressor nicht anläuft. Es ist genau so möglich, dass die Powerstation den hohen Anlaufstrom nicht liefern kann. Die Powerstation zeigt selbst nichts an, wenn ich die Kühlbox anschließen, die Watt-Anzeige ist aber auch zu träge. Noch bevor diese sich aktualisiert, hat die gesamte Kühlbox sich schon abgeschaltet.

Mit Adapter lassen sich sicherlich thermoelektrische Kühlboxen betreiben, aber nicht lange. Für Kompressor-Kühlboxen ist die Powerstation leider nicht geeignet.




Der Low Current Mode existiert und hat sogar eine Anzeige:

Wie bereits erwähnt, gibt es laut Handbuch die Möglichkeit einen Modus zu aktivieren, für Verbraucher mit sehr geringer Leistungsaufnahme. Wie im Handbuch beschrieben, funktioniert dieser allerdings nicht. Denn dort steht, man soll die Powertaste für 3-5 Sekunden drücken. Das schaltet die Powerstation aber komplett ab.

Wie man diesem Modus wirklich aktiviert: Hängt an der Powerstation ein Verbraucher, dann steht im Display z.B. „Type-C“ (Bild 1). Heißt, einer der USB-C Ports ist in Benutzung. Sinkt die Leistungsabgabe unter einen Wert von zwei Watt, dann verschwindet die Anzeige „Type-C“ (Bild 2). Drückt man jetzt kurz die Powertaste, dann erscheint „DC / Type-C / USB“ im Display (Bild 3). Das signalisiert, dass alle Ports jetzt dauerhaft in Betrieb sind, egal wie gering die Leistungsaufnahme des angeschlossenen Verbrauchers ist. Ich habe diesen Modus mit einer Last von 0,3W für mehr als 12 Stunden ausprobiert und die Powerstation hat nicht abgeschaltet. Ist der Modus nicht aktiviert, schaltet sich die Powerstation nach wenigen Minuten ab.

Der Low Current Modus funktioniert also, die Beschreibung im Handbuch ist aber falsch. Und eine Anzeige das der Modus aktiviert wurde, existiert auch. Der Modus ist aber nicht nur für Verbraucher mit sehr geringer Leistungsaufnahme interessant. Er muss auch aktiviert werden, wenn man Verbraucher anschließt, die nur zeitweise Strom ziehen und dann für eine gewisse Zeit gar keine Leistungsaufnahme haben.



Gleichzeitig Laden und Entladen (Pass-Through-Charging) und Eignung als USV:

Die Powerstation zu laden und gleichzeitig weitere Geräte mit Strom zu versorgen ist kein Problem. Da der 100W Port beim Laden aber belegt ist, können über einen USB-Port höchstens noch 30W weitergegeben werden. Bei Nutzung mehrerer Ports ist auch mehr Leistung möglich. Über den DC5521 Ausgang ließen sich auch 60W beim gleichzeitigen laden abnehmen. Das Display zeigt in diesem Fall nur noch die Wattzahl an, mit der geladen wird. Wie viel Leistung gleichzeitig entnommen wird, kann nicht mehr angezeigt werden.

Da die Powerstation mehrere eigenständige DC-Wandler hat, ist der Einsatz als USV gar kein Problem. Bis zu 5 Geräte können mit Energie versorgt werden. Fällt der Hausstrom und damit das angeschlossene Ladegerät aus, werden die angeschlossenen Geräte unterbrechungsfrei weiter mit Energie versorgt.



Das mysteriöse Warnsymbol im Display:

Wie bereits erwähnt, was das Symbol signalisiert, wird nicht beschrieben. Nur das es da ist. Was ich mir vorstellen könnte, was es bedeuten soll:

  • Die Powerstation wird zu warm (durch Überlast oder auch durch Aufheizen in der Sonne)
  • Die Powerstation wird zu kalt (laut Datentabelle auf dem Karton ist die Betriebstemperatur -10 bis +40°C)
  • Es liegt irgendeine Art von Fehlfunktion vor (Akkus tiefentladen, Kurzschluss erkannt, etc.)

Sofern äußere Einflüsse dieses Warnsymbol auslösen, wäre das ein sinnvolles Feature. Steht die Powerstation beispielsweise im Hochsommer in der prallen Sonne und überhitzt allein durch äußere Einflüsse. Oder ein angeschlossener Verbraucher an der DC Buchse ist defekt und hat einen Kurzschluss. Das wäre äußeren Einflüsse, auf die Schutzmechanismen in der Powerstation reagieren müssen. Das ein solcher Fall eingetreten ist und signalisiert wird, wäre gut.

Denkbar wäre aber auch, dass die Powerstation intern ein Problem festgestellt hat, was im schlimmsten Fall gar nicht hätte auftreten sollen. Z.B. dass die Akkus tiefentladen sind. Oder dass es eine Überlast an einem Port gibt und daher ein interner Temperatursensor den Alarm auslöst. Solche Fälle sollten im Idealfall gar nicht eintreten.

Tatsächlich ist es mir gelungen diesen Alarm auszulösen, wenn auch eher unfreiwillig und auch ein Stück weit unerwartet. Wie bereits erwähnt, durchlaufen alle Energiespeicher vor dem Test drei vollständige Zyklen, so auch diese Powerstation. Aus Sicherheitsgründen steht die Powerstation in der Garage und wurde dort geladen (ca. 3,75 Stunden) und dann über Nacht für ca. 11 Stunden mit 25W entladen. Am nächsten Morgen war sie leer und wurde wieder geladen. Nachmittags habe ich dann den nächsten Entladevorgang gestartet, wieder mit 25W. Auch dieser wurde irgendwann nachts beendet. In der ersten Nacht wurden etwa 273 Wh entnommen, in der zweiten Nacht 276 Wh. Genau deswegen durchlaufen alle Speicher diese drei Zyklen, da die Energiemenge hier nochmal minimal steigen kann. Dass sei an dieser Stelle aber nur am Rande erwähnt. Am nächsten Morgen ließ sich die Powerstation nicht mehr laden. Das Display ging an und zeigte das Warnsymbol. In der ersten Nacht waren die Temperaturen auf ca. -2 bis -3°C gefallen, in der zweiten Nacht war es etwas kälter (ca. -8°C).

Die Energiemenge die entnommen wurde deutet darauf hin, dass die Abschaltung nicht versagt hat. Eine „deutlich“ höhere Energiemenge als bei der ersten Entladung könnte darauf hindeuten, dass die Abschaltung versagt hätte und die Akkus tiefentladen wurden. Ich vermute, die Kombination aus niedriger Temperatur und vollständig entladen (aber nicht tiefentladen) mochte die Powerstation nicht. Nachdem sie eine Stunde in der warmen Küche stand, ließ sie sich auch wieder laden.

Was das Warnsymbol genau sagen wollte, weiß ich noch immer nicht. Hoffentlich bedeutet es nur, ihr war zu kalt. Das würde aber auch bedeuten, dass die -10°C Betriebstemperatur nicht stimmen. Denn so kalt war die Nacht nicht. Und innerhalb der zulässigen Betriebstemperatur sollte ein Gerät uneingeschränkt funktionieren.




Fazit:

Eine große Powerbank bzw. kleine Powerstation muss nicht teuer sein. Die SBOAH YC06 liefert 150 W dauerhaft und sogar 200 W, wenn auch nur für rund eine Stunde – was für dieses Preis- und Größenformat bemerkenswert ist. Mit ihrem 296-Wh-Akku, dessen Kapazität realistisch ist, und der hohen Effizienz der Elektronik bietet die kleine Powerstation eine Leistung, für die viele andere Anbieter mindestens den doppelten Preis verlangen.

Natürlich gibt es ein paar Einschränkungen gegenüber höherpreisigen Modellen, je nach Anforderungsprofil. Es gibt nur einen 100-W-USB-C-Port – und der ist beim Laden blockiert. Ein weiterer USB-C-Port statt eines zusätzlichen USB-A wäre praxisnäher gewesen. Eine 12-V-Kfz-Steckdose für Kühlboxen fehlt ebenfalls, aber mit einem DC5521-Adapter* lässt sich das günstig nachrüsten. Leistung genug (60 W) hat der Anschluss dafür. Den hohen Anlaufstrom den Kühlboxen mit Kompressor benötigen, konnte sie leider nicht liefern.

Beim Display war ich positiv überrascht, dass es überhaupt die Leistung in Watt anzeigt – auf den Werbebildern war ein einfacheres Display abgebildet. Wer jedoch Input, Output, Restlaufzeit oder Watt-Werte je Ausgang erwartet, wird hier nicht fündig. Das sind wohl die kleinen Details, auf die man bei diesem Preis verzichtet.

Unterm Strich: Die SBOAH YC06 liefert Energie, arbeitet sehr effizient, und der erwartete „Haken“ blieb aus. Falls du trotzdem einen Haken findest – häng die Powerstation einfach daran, klapp das Campinglicht aus und mach dir ein gemütliches Licht. Es funktioniert wirklich gut.



In eigener Sache:

Dieser Test sollte eigentlich der Auftakt zu einer Serie von DC-Powerstations sein. Er hat gezeigt, dass eine 300-Wh-Powerstation mit guter Effizienz, und ca. 200 W Ausgangsleistung und ohne versteckte Nachteile nicht teuer sein muss. Damit war für mich der wichtigste Punkt bereits erfüllt.

Für weitere Tests wäre ein Leihgerät sinnvoll gewesen. Ich habe daher mehrere Hersteller – große und kleine – angeschrieben und die Vorgehensweise meiner Tests erklärt. Die Rückmeldungen waren wertschätzend, aber am Ende ähnelten sich alle sehr: Entscheidend waren Reichweite und Sichtbarkeit auf Social-Media-Plattformen, teilweise aber auch Einflussnahme auf den Inhalt.

Ich stand also vor einer Entscheidung. Und ich habe mich entschieden: Akkutests.de bleibt:

  • frei von Werbung
  • und ohne bezahlte Produktplatzierungen

Unabhängigkeit ist mir wichtiger.

Da diese Webseite in 2025 über 960 € an Kosten verursacht hat (Domain, Webspace, Testgeräte, Messausrüstung und natürlich gekaufte Produkte die ich getestet habe – ohne Arbeitszeit und Strom), und die Einnahmen bei rund 60 € aus Affiliate-Links liegen, wird es vorerst keine weiteren Powerstation-Tests geben. Das heißt natürlich nicht, dass es nie wieder einen Powerstation-Test geben wird. Womöglich ergibt sich irgendwann eine Gelegenheit.

Akkutests.de bleibt ein Hobby – und Hobbys dürfen Geld kosten, aber sie brauchen auch Grenzen. Powerstations sind einfach zu teuer um sie aus eigener Tasche zu bezahlen.




Weiterführende Links:

Eine tabellarische Übersicht aller getesteten Powerstations findet ihr hier.

SBAOH YC06 296 Wh bei Amazon*
SBAOH YC06 296 Wh bei AliExpress*:
*

Die letzten Tests im Bereich Powerbanks/Powerstations:

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird Akkutests am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für dich steigt.