

Die Vapcell T50 sind schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Mit 20A (CDR) und 35A (Maximum Discharge) dürfte dieses Modell für die meisten Anwendungsfälle bis heute sicherlich gut geeignet sein. Vapcell selbst verspricht „Beat LG M50/samsung 50E“, obwohl der T50 ein High-Drain Akku ist. Weder die Samsung 50E (und auch alle anderen 50E Modelle am Markt), noch die LG M50 sind Zellen die hohe Ströme liefern können. Ein etwas merkwürdiger Vergleich.
Die Akkus wurden mir von Sportlampa.de kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.
| Herstellerangaben | Messung | |
|---|---|---|
| Modell: | T50 | - |
| Format: | 21700 | - |
| PCB: | ![]() |
- |
| Kapazität (typisch): | 5000 mAh | - |
| Kapazität (min.): | 4900 mAh | - |
| CDR: | 20 A | - |
| Maximum Discharge: | 35 A | - |
| Nominelle Spannung: | 3,60 V | Max. 3,62 V @ 0,5 A |
| Energie: | 18,0 Wh | 18,0 Wh |
| IR: | 12 mΩ | 10,4/11,0 mΩ |
| Gewicht: | ca. 72 g | 69,02 g |
| Maße: | 21,7 x 71,4 mm | 21,6 x 71,0 mm |


Hinweis: Ich habe diese Akku zwar bei 20A getestet, musste die Messung aber aufgrund zu hoher Temperaturen vorzeitig beendet. Da die Messung unvollständig ist, ist auch kein Wert für die durchschnittliche Spannung bei 20A angegeben.


Allgemeiner Hinweis zu Temperaturen von High-Drain Akkus: Die meisten Modelle haben heutzutage keine CDR mehr (die Stromstärke, bei der die Temperaturen unbedenklich sind). Meistens wird in Datenblättern nur noch ein „Maximum Discharge“ angegeben, und fast immer mit einem Temperaturlimit. Die hier gezeigten Temperaturen sind die bei einem offenen Messaufbau. In Akkuträgern, im Rohr der Taschenlampe oder in einem Akkupack sind die Temperaturen deutlich höher. Ohne Temperaturüberwachung solltest du diese Akku nie dauerhaft mit sehr hohen Strömen belasten.
Mit 5000 mAh verspricht Vapcell nicht zu viel, einer der beiden Akkus erreicht diesen Wert sogar punktgenau. Bei der Kapazität gibt es also nichts zu beanstanden. Auch die Spannungslage ist - für ein mehr als 5 Jahren altes Modell - ganz gut. Leider gibt Vapcell keine maximale Temperatur für dieses Modell an, weshalb ich die 20A Messungen bei 75°C abgebrochen habe. Ob die 20A (CDR), die Vapcell verspricht damit als erfüllt angesehen werden oder nicht, darf jeder selbst entscheiden.
Normalerweise ist die CDR ein Wert bei dem ein Akku die maximal zulässige Temperatur nicht überschreitet und eine brauchbare Spannung liefert. Hersteller wie Molicel oder Sony zeigen hier gute Beispiele, dass ihre Akkus die jeweiligen Ströme liefern und wie warm sie dabei werden.
75 oder gar 80°C als maximale Oberflächentemperatur (im Inneren ist die Zelle noch wärmer) sind auf dauer sicherlich nicht gesund. Und man kann sich auch darüber streiten, ob ein Test in einem offenen Messaufbau (wie meinem) praxisnah ist. Soweit ich weiß, testen alle namhaften Tester in einem offenen Messaufbau. Und - sofern vorhanden - auch in einem Raum der eine konstante Temperatur hat. Und so testen sicherlich auch die Hersteller.
Die Temperaturen die bei hohen Strömen entstehen, sind unter diesen Bedingungen aber nur bedingt übertragbar auf die Praxis. Das ist nicht ideal, aber wenn alle unter den gleichen Bedingungen testen, dann lassen sich die Werte von Hersteller A und durchaus Hersteller B vergleichen.
Vapcell bewirbt den T50 mit 20A (CDR) und nennt zusätzlich 35A als Maximum Discharge, aber ohne Temperaturlimit. Das diese Angabe fehlt ist schade, aber erstmal kein Problem. Allerdings zeigt Vapcell selbst Entladekurven für 25, 30 und 35A. Diese Entladekurven enden erst bei 2,5V. Das erweckt den Eindruck, als wären die Temperaturen im grünen Bereich, sonst würden die Entladekurven doch sicherlich mittendrin enden wie es bei den oben verlinken Beispielen von Sony und Molicel der Fall ist.
Und genau hier wird es fragwürdig. Zwar kenne ich die Bedingungen nicht unter denen Vapcell testet, aber ich kann sie anhand meiner eigenen Messungen erahnen. Wie warm werden die T50 wohl bei 35A? Das kann ich nicht nur abschätzen, dass lässt sich ziemlich genau vorhersagen. Denn Temperatur und Entladestrom sind immer direkt proportional zueinander:

Bei etwa 23°C Umgebungstemperatur, würde der getestete Akku am Ende der Messung (nach rund 8 Minuten) eine Oberflächentemperatur von 120°C erreichen. Das ist nicht nur ungesund, dass ist gefährlich. Und das weiß auch Vapcell, weshalb sie diese Messungen unter veränderten Bedingungen durchgeführt haben müssen.
Möglich wäre, dass die Umgebungstemperatur (stark) abgesenkt wurde. Das würde man aber sehen, denn bei kalten Temperaturen steigt der Innenwiderstand stark an, was zu einer deutlich absackenden Spannung am Beginn der Messung führt. Das ist aber nicht zu sehen, also wurde nicht unter (stark) abgesenkter Umgebungstemperatur getestet. Vapcell muss die Wärme aus dem Akku also „fortschaffen“. Aber von wie viel Wärme(-energie) reden wir hier eigentlich? Auch das lässt sich ganz gut berechnen. Bei etwa 11mΩ und 35A sind das 13,5 Watt. Da der Innenwiderstand aber ein wenig abnimmt je wärmer die Zelle wird, sind es etwa weniger. Ob es 10 oder 11 Watt sind, spielt keine große Rolle. Man kennt die Größenordnung in der sich das ganze bewegt.
Ein Lüfter der auf die Zelle bläst, wird da kaum ausgereicht haben. Denn die Oberfläche der Zelle ist relativ klein für die Energie die abgeführt werden muss. Und ein Lüfter der auf die Zelle gerichtet ist, kühlt auch nur 50% der Oberfläche, die anderen 50% liegen im „Schatten“. Sehr wahrscheinlich hat Vapcell einen eigens für diesen Test hergestellten Kühlkörper verwendet der die ganze Zelle umschließt und die Wärme abführt. Der könnte z.B. so ausgesehen haben. Der vergrößert die Oberfläche um ein Vielfaches. In Kombination mit einem Lüfter dürfte ein Kühler in dieser Größe ausreichen, damit die Temperaturen im unkritischen Bereich bleiben. Und damit der Kühler auch möglichst effizient arbeiten kann, würde man den Schrumpfschlauch entfernen, den Durchmesser der Zelle bestimmen, und dafür sorgen, dass der Innendurchmesser des Kühlers nahezu identisch ist. Dann die Rohzelle nur noch mit guter Wärmeleitpaste einschmieren und reinschieben.
Ja, so kann man auch testen. Und sofern man das transparent angibt, dass der Testaufbau so war, dann ist das eine Machbarkeitsstudie unter besonderen Bedingungen. Wenn man aber nur das Ergebnis (die Entladekurven) auf der eigenen Verkaufsseite zeigt, die Bedingungen unter denen dieses Ergebnis entstanden ist aber verschweigt, dann ist das mit anderen Anbietern am Markt überhaupt nicht vergleichbar und für Kunden sehr intransparent.
Der T50 ist ein gutes Beispiel für das Problem vor dem Hersteller/Anbieter vor einigen Jahren standen: Die Zellen wurden immer besser (höheren Spannungslage bei sehr hohen Strömen). Aber die Zellen wurden zu warm. Der Innenwiderstand musst deutlich gesenkt werden, damit die Abwärme in der Praxis nicht zum Problem wird. Genau das wurde mittlerweile entwickelt und ist allgemeinhin als tabless Bauweise bekannt. Auch Vapcell hat ein solches Modell mittlerweile im Programm. Sie hört auf den Namen H50.
Die H50 selbst werde ich vermutlich nicht testen, aber auch nur weil ich weiß welche Zelle Vapcell benutzt. Denn das verrät Vapcell selbst auf ihrer Webseite. Man muss schon ein bisschen suchen, denn „Die H50 sind umgelabelte …“ steht dort natürlich nicht. Man findet aber Entladekurven die bis auf die dritte Nachkommastelle identisch sind. Wenn das kein Zufall ist. Mein Test der „Vapcell H50 Origins“ wird voraussichtlich in 2-3 Monaten erscheinen.
Die T50 waren seinerzeit sicherlich einer der besten Akkus (mit 5000 mAh) für hohe Ströme. Die Spannungslage ist gut genug, sehr hohe Ströme sinnvoll zu nutzen. Aber die Abwärme war und ist in der Praxis ein Problem für den T50. Mittlerweile haben verschiedene Hersteller dieses Problem aber gelöst.
Eine tabellarische Übersicht aller getesteten 3,6V Akkus findet ihr hier.
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Die letzten Tests im Bereich der 3,6V Akkus:
Für meine Tests verwende ich unter anderem dieses Equipment:
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