
Nun ist auch der ersten 1,5V Akku im C Format beim mir eingetroffen. XTAR steigt mit dem CLR 7200 mWh Modell in dieses Format ein und hat mir die Akkus für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.
Unterlagen zu diesem Modell habe ich mir diesmal nicht zuschicken lassen, aber wie dieser Akku aufgebaut ist, kann man sich vermutlich denken. So wie alle anderen 1,5V Akkus heutzutage auch: Eine 3,6V Li-Ionen Zelle und eine kleine Platine. Die Zelle dürfte 2000 mAh haben (2000 mAh * 3,6V = 7200 mWh), wenn die Angabe von XTAR stimmt.

XTAR verspricht 4350 mAh und die kann ich bestätigen. Bis zu 4311 mAh (6,43 Wh) konnte ich messen. Die interne Zelle hat nach meinen Messungen 1954 mAh (7040 mWh), die aufgedruckten 7200 mWh sind also auch realistisch. Die Ladezeit beträgt 3,5 Stunden, wenn über USB-C geladen wird. In einem geeigneten Ladegerät kann es länger dauern, denn viele Ladegeräte die 1,5V Akkus laden können, stellen über die Pole maximal 500 mA bereit. Das reicht für AAA oder AA Modelle auch immer aus. Für dieses C Modell ist es aber zu wenig, denn das möchte bis zu 700 mA Ladestrom haben. Einen wirksamen Schutz vor Tiefentladung haben die Akkus leider nicht.
Beim Spannungsverlauf gibt es allerdings eine kleine Überraschung. XTAR hat die Bezeichnung „CLR“ erstmalig bei XTAR CLR 4300 mWh (2700 mAh)* [Test] genutzt. Das L in CLR steht für linear, was mir XTAR auf Nachfrage auch noch einmal bestätigt hat. Nur hat dieses CLR Modell gar keine linear sinkende Spannung. Vielmehr ist es ein CER Modell. Welche Vor- und auch Nachteile die verschiedenen Spannungsverläufe haben, habe ich hier zusammengefasst.
Die Akkus liefern die Menge an Energie, die XTAR verspricht. Das ist sehr gut, aber für einen Akku dieser Größe ist das nicht besonders viel. Denn mit 26x50mm hat dieses Akkuformat mehr als das dreifache Volumen im Vergleich zum AA-Format. Dennoch liefert dieser Akku im Vergleich zu den besten AA-Akkus nur etwa 50% mehr Energie. Warum ist das so?
Für die AA Akkus verwenden die Anbieter 14410er (selten), 14430er (sehr häufig) oder 14450er (z.B. Hixon) Zellen. Zusammen mit der kleinen Platine wird der Platz den die Hersteller haben um daraus einen AA-Akku zu bauen (14x50mm) so effizient wie möglich genutzt. Beim C-Format werden sehr wahrscheinlich 26350er Zellen genutzt, die es zufällig mit maximal 2000 mAh (7200 mWh) gibt. Man könnte auch 26450er Zellen nutzen, die potenziell mehr Kapazität haben könnten. Aber entweder baut niemand diese Zellen oder sie sind im Vergleich zu 26350er Zellen unverhältnismäßig teuer. So wird derzeit die kleinere Zelle verbaut und ein Teil des Volumens bleibt dadurch ungenutzt. Außerdem wurden 14430er/14450er Zellen in den letzten ca. 10 Jahren ständig weiterentwickelt. In die Entwicklung vergleichbarer Zellen die für den Bau von 1,5V Akkus im C-Format benötigt werden, wurde vermutlich keine Energie gesteckt, da die Nachfrage sehr gering sein dürfte.
Schaut man sich einmal die Leistungsdaten anderen Anbieter an, wird schnell klar: Das Modell von XTAR bietet mit am meisten Energie. Viele andere Modelle am Markt haben zum Teil erheblich weniger Energie:
Ich konnte kein Modell finden, dass mehr als 7200 mWh verspricht. Damit hat XTAR vermutlich den Akku in diesem Format der die meiste Energie liefert.
Bei den Modellen die - laut Anbieter - weniger als 5000 mWh bieten muss man sogar die Frage in den Raum werfen: Warum so wenig Energie? Schon vor Jahrzehnten hat man, wenn man keine Akkus im C-Format hatte (oder nicht kaufen wollte) einfach einen AA-Akku genommen und eine AA-zu-C Adapter*. Das hat zu NiMH (1,2V) Zeiten funktioniert und funktioniert auch mit 1,5V Akkus. Mit einem Akku von Keeppower (P1450i3, P1450TC2), XTAR (CLR 4300*, LR 3000*) oder Ansmann (Pure Power 3500*) lassen sich so über 4000 mWh erreichen. Alternativ kann man sogar einen 4xAAA-zu-C Adapter* verwenden und würde mit den XTAR 1620 mWh* auf 6480 mWh oder mit den Ansmann Pure Power 1930 mWh (1400 mAh)* auf 7720 mWh kommen. Diese Lösung ist zwar nicht ganz günstig, zeigt aber was mit guten Akkus und Adapter möglich ist. Und auch, wie schlecht eine einzelner C-Akku mit weniger als 5000 mWh ist. Hier haben die Anbieter wahrscheinlich die billigste Zelle verbaut die man einkaufen konnte. Auch das ist legitim, aber nicht wenn man 10€ für den Akku verlangt.

Mit dem „CLR 7200“ Modell gibt es nun auch den ersten 1,5V Akku von XTAR im C-Format. Dieses liefert mehr als 4300 mAh, was in Anbetracht der Größe nicht besonders viel ist. Im (theoretischen) Vergleich zur Konkurrenz aber Spitzenklasse sein dürfte. Und das zu einem deutlich günstigeren Preis (ca. 5€ pro Akku). Obwohl das Modell CLR heißt, hat es keinen linearen Spannungsabfall. Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile.
Eine tabellarische Übersicht aller getesteten 1,5V Akkus findet ihr hier.
Hier kannst du diesen Akku bzw. gute Alternativen kaufen:
Die letzten Tests im Bereich der 1,5V Akkus:
Für meine Tests verwende ich unter anderem dieses Equipment:
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