
Im Bereich der 1,5V Akkus ist es ruhig geworden in letzter Zeit. Keeppower und XTAR haben keinen neuen Topmodelle vorgestellt und Hixon schon seit 4 Jahren nicht mehr. Imuto erfindet immer mehr Derivate mit den immer gleichen Leistungsdaten.
Neue Modelle gibt es mit 4070 mWh (AA) und 1100 mWh (AAA)* von diversen generischen Marken. Bei 1100 mWh im AAA Format und USB-C Anschluss wäre ich allerdings vorsichtig. Und dann habe ich kürzlich neue 1,5V Akkus von Ansmann entdeckt. Und deren technische Daten sind durchaus beeindruckend:
| Ansmann (alt) | Ansmann Pure Power | |
|---|---|---|
| Herstellerangaben (AA): | 2000 mAh min. 1800 mAh 3260 mWh |
3500 mAh (+ 75%) min. 3250 mAh (+ 80%) 4890 mWh (+ 50%) |
| Herstellerangaben (AAA): | 500 mAh min 400 mAh 740 mWh |
1400 mAh (+ 180%) min. 1250 mAh (+ 213%) 1930 mWh (+ 160%) |
Die „alten“ weißen Ansmann Akkus waren okay. Von derzeit 43 getesteten Modellen sind sie im Mittelfeld bzgl. ihrer Energie die sie liefern können. Preislich dafür sehr teuer. Kompensiert wird das mit einen Testsieg bei Chip. Was ich von diesem „Gütesiegel“ halte, hatte ich bereits im damaligen Test geschrieben.
Mit der neuen Pure Power Serie, die derzeit aber nur AA und AAA Modelle umfasst, bietet Ansmann allerdings Akkus, die in Punkto Leistung nicht nur überzeugen sollten, sie würde insbesondere in der Bauform AAA ganz neue Maßstäbe setzen. Die XTAR 1620 mWh, mit angegeben 1000 mAh sind seit gut zwei Jahren unangefochten an der Spitze. In meinem Test konnten sie die 1000 mAh zwar nicht ganz erreichen, die meiste Energie liefern sie aber dennoch bis heute von allen jemals getesteten Modellen.

Und Ansmann verspricht jetzt mindestens 1250 mAh und typische 1400 mAh. Das wären 40% mehr Kapazität und - wenn die Akkus das wirklich erreichen - durchaus beeindruckend. Und auch die typischen 3500 mAh (nicht mWh!) des neuen AA Modells klingen nach einem neuen Topmodell.
Da ich nicht Chip bin und keine nur handverlesenen Vergleichsmodelle einsetze, hat mir Ansmann die Akkus auch nicht für diesen Test zur Verfügung gestellt. Ich habe sie zum regulären Preis bei Amazon* gekauft.


1400 mAh (typisch) und 1250 mAh (mindestens) verspricht Ansmann. Beides erreichen die Akkus aber leider nicht. Und einen wirksamen Schutz vor Tiefentladung haben die Akkus leider auch nicht. Eine vollständige Aufladung dauert sage und schreibe fünf Stunden. Aber sind sie deswegen schlecht? Nein! Denn wenn man die Akkus mit denen der Konkurrenz vergleicht, sind sie ziemlich gut was die Leistung angeht und fair, wie sie beworben werden:
Das neue Modell bietet die höchste Leistung in Bezug auf Kapazität und Energie die ich je bei einem 1,5V im AAA-Format gemessen habe. Aber 1400 mAh sind es nicht, nicht mal ansatzweise. Natürlich erreicht dieses Modell die hohe Kapazität auch, durch die nicht konstanten 1,5V. Im Vergleich zu anderen Modellen mit ähnlichen Spannungsverlauf (Dracutum, Phootolex, VERICO) ist die Spannung bei Ansmann noch etwas niedriger. Aber immer noch höher als bei NiMH Akkus. Und genau das ist der Vorteil von 1,5V Akkus, die höhere Spannung.
Durch die relativ geringe Spannung (für einen 1,5V Akku) erreichen die Akkus von Ansmann mehr Kapazität. Wäre die Spannung höher, wäre die Kapazität geringer. Das ist einer der Gründe warum die Akkus von Ansmann auf eine sehr hohe Kapazität kommen sollten. Zum anderen soll eine größere Zelle verbaut sind. Größer als bei jedem anderen Hersteller. Deutlich größer. Ansmann gibt 1930 mWh an, was bei einer nominellen Spannung von 3,6V etwa 536 mAh entsprechen würde. Zum Vergleich: Keeppower hat kürzlich einen 10440er (das entspricht der Größe eines AAA-Akkus) mit 570 mAh vorgestellt. Dieser soll trotz Schutzschaltung, nur auf eine Länge von maximal 45mm kommt. Beide Akkus haben eine kleine Platine und eine ähnlich große Zelle im Inneren. Nur die Ausgangsspannung unterscheidet sind.
Ich habe versucht die Kapazität der internen Zelle ohne zu zerlegen zu ermitteln. Gemessen habe ich aber nur 430 mAh. Da ich bis zu 1545 mWh entnehmen konnte, kann dieser Wert nicht stimmen, denn dann wäre der Wirkungsgrad über 100%. Es ist vermutlich einer der seltenen Akkus in denen ein effizienterer Schaltladeregler statt eines einfachen Linearladereglers verbaut ist. Damit ist die Messung der Kapazität der internen Zelle allerdings mit dieser Messmethode nicht mehr möglich. Ich weiß also nicht wie groß die Zelle wirklich ist. Falls die internen Zellen wirklich die Kapazität haben, die Ansmann angibt, wäre der Wirkungsgrad mit gerade einmal 80,1% ziemlich schlecht. Daher vermute ich, die Zellen sind etwas kleiner. Vielleicht 10% kleiner, also etwa 480 mAh. Damit würde sich ein typischer Wirkungsgrad von rund 90% ergeben und bei einer 10% kleineren Zelle, fehlt am Ende natürlich auch 10% Kapazität die sich entnehmen lässt. Und wie viel fehlt nach meinen Messungen? 12% fehlen zu den versprochenen 1400 mAh.

1400 mAh erreichen diese Akkus nicht und auch die mindestens 1250 mAh werden knapp verfehlt. Dennoch liefern die Pure Power Akkus von Ansmann mehr Kapazität und auch mehr Energie als jeder andere Akku in dieser Bauform. Für wen der LR Spannungsverlauf, dessen tatsächliche Spannung nur knapp über NiMH Akkus liegt leben kann, bekommt hier einen der besten 1,5V-Akkus. Wer konstante 1,5V zwingend benötigt, greift weiterhin zum XTAR 1620 mWh.
Eine tabellarische Übersicht aller getesteten 1,5V Akkus findet ihr hier.
Hier kannst du diesen Akku bzw. gute Alternativen kaufen:
Die letzten Tests im Bereich der 1,5V Akkus:
Für meine Tests verwende ich unter anderem dieses Equipment:
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