Nachdem ich in letzter Zeit hauptsächlich 1,5V Akkus im AA Format getestet habe, wird es Zeit auch einmal die kleineren AAA Vertreter unter die Lupe zu nehmen. Der große Bruder P1450U1 konnte erst kürzlich unter Beweis stellen, dass er die Herstellerangaben erfüllt bzw. sogar minimal übertrifft. Gelingt das auch dem P1044U1?
Die Baugröße AAA ist etwas anders zu betrachten als die AA Modelle. Denn während es bei AA völlig egal ist, ob ein USB-Anschluss verbaut ist oder nicht, macht dies bei der Kapazität bzw. Energiemenge von AAA Modell einen deutlichen Unterschied. Aktuelle Modelle nutzen hauptsächlich USB-C, der sogar noch etwas größer ist als Micro-USB. Daher ist noch weniger Platz für den internen Akku. Keeppowers P1044U1 nutzt den kleineren Micro-USB Anschluss, der platzsparender verbaut werden kann. XTAR`s erste AAA Modelle kommen ohne USB-Anschluss aus und erreichen bis zu 1100mWh. Würde der Keeppower trotz Anschluss auf die beworbenen 1000mWh kommen, wären das nur 9% Verlust durch den USB-Anschluss. In der kleinen Bauform wäre das beachtlich.
Die Akkus für diesen Test wurden mir freundlicherweise vom Onlineshop akkuteile.de zur Verfügung gestellt.
Die Ergebnisse sind ernüchternd. Weder die 667mAh, noch die 1000mWh werden erreicht. Die tatsächlichen Ergebnisse liegen 20% darunter. Maximal 550mAh bzw. 810mWh werden erreicht. Stimmt etwas mit den Akkus nicht? Oder mit meinen Messungen? Tatsächlich stelle ich mir diese Fragen als Akkutester, denn auch ich mache mal Fehler. Anhaltspunkte für mich sind oft unabhängige Testergebnisse von anderen Testern die den jeweiligen Akku auch bereits gemessen haben. Aber zu den P1044U1 findet man bisher keine Tests im Netz.
Da ich auf dieser Webseite, bevor ich mit Tests zu 1,5V Akkus begonnen habe, nur eine Marktübersicht der 1,5V Akkus hatte, kommen mir die erreichten Werte der P1044U1 Akkus (550mAh / 810mWh) seltsam vertraut vor. Sie entsprechen denen des Vapcell Modell P1054A (540mAh / 800mWh). Ebenfalls ein 1,5V Akku in der Bauform AAA, ebenfalls mit Micro-USB Anschluss. Und wahrscheinlich ist das Vapcell Modell auch ungefähr zu der Zeit auf den Markt gekommen, als auch Keeppower sein Modell herausgebracht hat. Leider finden sich bei Keeppower keine Angaben zur internen Zelle, bei Vapcell aber schon: 10380er Zelle mit 280mAh (1008mWh). Verwendet Keeppower möglicherweise auch diese Zelle? Um diese Frage zu klären, habe ich den internen Akku mal nachgemessen. Es wurden 277mAh hineingeladen. Welch ein Zufall, die Kapazität der internen Zelle bei Keeppower und Vapcell sind gleich.
Damit ist klar, die 1000mWh die auf dem P1044U1 stehen, sind die der internen Zelle. Das machen andere Hersteller wie XTAR auch, aber insbesondere vor dem Hintergrund das Keeppower bei allen anderen 1,5V Akkus die sie im Programm haben, nicht die mWh der internen Zelle aufdrucken, sondern die mWh die tatsächlich entnommen werden können, verwundert dies doch sehr. Und die 667mAh sind damit auch schlicht niemals erreichbar. Es ist üblich, dass Hersteller die mWh durch 1,5 teilen und den daraus resultierenden mAh angeben. Das darf man aber nur dann machen, wenn a) der Akku tatsächlich so viel mWh abgeben kann, und b) die Spannung über die gesamte Laufzeit 1,5V beträgt (also keine Spannungsabsenkung implementiert ist). Auf den P1044U1 trifft jedoch beides nicht zu.
Nachtrag: Wie mir Keeppower mittlerweile bestätigt hat, ist meine Annahme, intern befindet sich eine Zelle mit 280mAh korrekt. Es gibt allerdings zwei verschiedene Zellen. Anfangs hat Keeppower eine 10380er Zelle verwendet, seit 2024 hingegen eine 10370er Zelle. Beide besitzen 280mAh.
Gemessen an den aufgedruckten Werten enttäuscht der P1044U1. Auf der anderen Seite zeigt dieser Test aber, warum unabhängige Akkutests wichtig sind. Dieser Akku ist bereits seit Jahren auf dem Markt und niemand hat die Werte bisher hinterfragt. Der mWh Wert lässt sich zumindest erklären, folgt aber nicht dem bisherigen Schema von Keeppower. Der aufgedruckte mAh Wert ist hingegen unerreichbar.
Unabhängig von den nicht erreichten Herstellerangaben, zeigt der P1044U1, dass bauartbedingt in AAA Akkus mit USB-Anschluss die Kapazität/Energie ein gutes Stück niedriger ist. Diesbezüglich werden in den nächsten Monaten noch weitere Tests folgen und aufzeigen, dass das bei AAA Modellen immer so ist.
Positiv zu erwähnen ist die schnelle Ladezeit von 1,6 Stunden. Die Spannungslage während der 1,5V Phase ist über alle offiziellen Laststufen (max. 1,5A) hinweg erfreulich nah an 1,5V. Auch 2A schaffen die Akkus, bei leicht erhöhter Spannung. Eine Spannungsabsenkung in Form einer 1,1V Phase besitzen die Akkus ebenfalls. Sie ist bei geringer Last sehr klein (3%), bei 1,5A allerdings ziemlich groß (33%).
Eine tabellarische Übersicht aller getesteten 1,5V Akkus findet ihr hier.
Die letzten Tests im Bereich der 1,5V Akkus: