XTAR AA 4100mWh (2450mAh) im Test

März 2025




Einleitung:

Mit dem XTAR 4100 hat XTAR nun seinen mittlerweile vierten 1,5V AA-Akku im Programm. Schaut man sich die Generationen an, ist die zweite und vierte Generation nicht kapazitätsstärker als der Vorgänger, sondern bietet neue Features. Beim XTAR 2700 war es die 1,1V Phase, die das XTAR 3300 Modell noch nicht hatte. Beim XTAR 4100 ist es der USB-Anschluss, der erstmalig bei einem 1,5V Akku von XTAR zum Einsatz kommt. Die Akkus können aber auch in einem geeigneten Ladegerät für 1,5V Akkus geladen werden.

Vom neuen Modell erwarte ich, trotz der etwas niedrigeren Herstellerangaben (50mAh bzw. 50mWh) eine Leistung auf dem Niveau vom Vorgänger. Denn wie bereits im Review zu den Keeppower Modellen ausführlich erklärt, ist ein USB-Anschluss - bei AA Varianten - kein Hindernis eine gleichgroße Zelle zu verbauen, es sei denn der Hersteller möchte sparen.

Die Akkus wurden mir für diesen Test von XTAR zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.



Messwerte:












Auswertung:

Tatsächlich ist das neue Modell im Vergleich zum Vorgänger in Bezug auf mWh ein klein wenig schlechter. Da die Spannung beim neuen Modell aber sehr nah an 1,5V bzw. 1,1V ist, kann das XTAR 4100 Modell nahezu identische mAh Werte erreichen wie sein Vorgänger. Insbesondere der Spannungsverlauf bei der 2A Messung wurde deutlich verbessert. Das XTAR 4150er Modell neigte eher zum 1,6V Akku mit einer 1,2V Phase. Auch die Effizienz der Spannungswandler konnte leicht gesteigert werden zum Vorgänger, was das neue Modell trotz kleinerem internen Akku (dazu gleich mehr) annähernd auf das Niveau des Vorgängers bringt.



Ausgerechnet der USB-Anschluss macht Probleme:

Während die Testreihen liefen, waren Ergebnisse vereinzelt schlechter als erwartet. Sie waren nicht viel schlechter, aber doch so dass ich auf Spurensuche ging. Normalerweise lade ich alle 1,5V Akkus im XTAR L8, es sei denn die Akkus lassen sich über die Pole nicht laden (was bisher nur bei den Modellen von SZEMPTY der Fall war). Ich nutze das XTAR L8 aber auch um die Akkus zu laden die ich selbst im Haushalt nutze, hauptsächlich NiMH Akkus und von denen habe ich viele. Während der Tests am XTAR 4100 war der L8 öfters belegt, weshalb ich die Möglichkeit nutzte die Akkus auch per USB zu laden. Und genau hier haben die Akkus ein Problem:




Die Akkus werden über USB nicht vollgeladen. Das passiert nicht nur manchmal, sondern jedes einzelne mal. Bei jedem Akku. Habe ich die Akkus zu früh vom USB-Anschluss entfernt? Nein, dass kann ich ausschließen. Denn ich messe die Stromaufnahme der Akkus bei laden per USB, auch um die Kapazität der internen Zelle zu ermitteln (was nur geht, wenn ein Linearladeregler verbaut ist, bei Schaltladereglern geht das leider nicht). Die Stromaufnahme war bei 0,000A. Auch ein erneutes anstecken an USB führte nur zu einer kurzen Ladung von weiteren 2, 3 oder 4mAh. Die Akkus haben per USB keine weitere Ladung angenommen. Habe ich die Akkus anschließend in den XTAR L8 gelegt, wurden plötzlich weitere 20-30mAh hineingeladen. Das ist genau die Differenz die mir bei meinen Messungen aufgefallen war. Warum die Akkus per USB nicht vollgeladen werden, kann ich nicht erklären. 5V sind 5V und die Ladetechnik sitzt nicht im L8, sondern im Akku selbst. Warum die Akkus, wenn sie per USB geladen werden zu früh abschalten, weiß wohl nur XTAR.



Wieso heißt dieses Modell "4100mWh" und welcher Akku ist verbaut?

Bisher hat XTAR ihre Akkus nach der Energiemenge des internen Akkus benannt. Das führt zwar bei manchen Käufern zu Verwirrung, denn man möchte ja wissen was der Akku an Leistung abgeben kann, aber da XTAR zum einen die mAh angibt die abgegeben werden können und zum anderen ordentliche Dokumentationen bereitstellt aus denen klar hervor geht, was die mWh bedeuten, sehe ich darin kein großes Problem. Wie dieses Modell allerdings zu seinem Namen gekommen ist, erschließt sich wohl niemandem. Laut XTAR ist eine Zelle mit einer Kapazität von 1100mWh verbaut (das sind 50mAh weniger als beim XTAR 4150). Die Zelle hat laut XTAR eine nominale Spannung von 3,6V. Damit kommt man rechnerisch auf 3960mWh. Das kann man sicherlich auf 4000mWh aufrunden, aber auf 4100?

Um auf 4100mWh zu kommen, müsste die Zelle mehr als 1100mAh haben. Ich habe mir daher die Daten nochmal etwas genauer angesehen, aber leider nur noch mehr Fragezeichen gefunden, aber keine Antwort:




1100mAh (1.10Ah) und 3,6V sind deutlich benannt. Allerdings ist die Zelle selbst auch benannt: NCR14430A115. Klingt für mich nach einer 14430er Zelle mit 1150mAh, nicht 1100mAh. Aber gut, vielleicht hat der Hersteller dieser Zelle (sie muss ja nicht von XTAR selbst stammen) mit 1150mAh etwas mehr angegeben und XTAR hat in seinen Tests herausgefunden, die Zelle ist eher als 1100mAh zu bewerten. Wo wir gerade beim Thema sind, das habe ich auch gemacht: 1081mAh, 1091mAh, 1067mAh und 1079mAh haben meine internen Zellen. Ich kann also bestätigen, auch wenn die Zelle NCR14430A115 heißt und die „115“ sicherlich irgendetwas mit den Ah zu tun haben sollen, sind diese etwas zu hoch gegriffen. 1100mAh ist schon ok als Angabe. Wie XTAR aus einer 14430er Zelle aber plötzlich eine 12410er Zelle gezaubert hat (siehe Dimension), kann ich beim besten Willen nicht erklären. Auch die Angaben 12,5x49,5mm stimmen nicht, es sind 14,4x50,3mm. Die 20,7g kann ich wiederum bestätigen.

Hinter den 4100mWh bleibt ein großes Fragezeichen. Ich hoffe XTAR ist nicht auf den „Große Zahlen verkaufen sich besser“-Zug aufgesprungen. Zur Berechnung der Effizienz der Spannungswandler habe ich mit 3960mWh und nicht den ominösen 4100mWh gerechnet:






Beim Laden ist die Effizienz deutlich gesunken:

Die XTAR 4100 werden mit bis zu 470mA geladen. Das sind satte 57% mehr als noch beim XTAR 4150 (max. 300mA). In Kombination mit einer etwas kleineren Zelle sollte die Ladezeit eigentlich deutlich geringer sein. Mit 2,7 Stunden (XTAR 4100) zu 2,9 Stunden (XTAR 4150) ist die Ladezeit aber nur unwesentlich gesunken. Wie kann das sein?

XTAR hat beim 4150er Modell noch eine effizienteren Schaltladeregler verbaut. Beim XTAR 4100 ist hingegen ein preiswerter Linearladeregler verbaut. Immerhin einen positiven Aspekt hat diese Sparmaßnahme: ich kann die Kapazität der Zelle bestimmen ohne den Akku öffnen zu müssen. Für die meisten Kunden dürfte diese Sparmaßnahme aber eher ein negativer Punkt sein.



Fazit:

Wirft man einen Blick auf die 4 Modelle von XTAR, von denen der XTAR 4100 der jüngste Spross ist, hat man das Gefühl bei XTAR geht man zwei Schritte vor, aber einen Schritt zurück. Das erste Modelle (XTAR 3300) ist bis heute das beste Modell, wenn es um die nutzbare Kapazität/Energiemenge geht die einen spürbaren Leistungsgewinn gegenüber NiMH Akkus bieten (und nur dafür kauft man diese Akkus).




3 weitere Generationen haben kein Leistungsplus gebracht, es sei denn über 90% Leistungsverlust in einem realen Verbraucher (1,1V Phase) ist für jemanden eine Steigerung:




Den wirksamen Schutz vor Tiefentladung hatte das erste Modell ebenfalls. Eine Eigenschaft die seitdem verloren gegangen ist. Das zweite Modelle hatte eine extrem gute Effizienz um die geringere Kapazität der internen Zelle auszugleichen. XTAR weiß also wie man effiziente Akkus baut, aber auch diese Eigenschaft ging verloren. Eigenschaften die geblieben sind ist die sehr große 1,1V Phase. In Punkto Verbesserungen kann der XTAR 4100 eine bessere Spannungslage als seine Vorgänger vorweisen und er bietet die Möglichkeit per USB zu laden. Wobei die Akkus dann nicht ganz vollgeladen werden.

In Punkto mAh ist das neue Modell dem Vorgänger - dank höherer Effizienz und besserer Spannungslage - sogar ebenbürtig. Hier hätte XTAR meiner Meinung nach gar nicht von 2500mAh auf 2450mAh korrigieren müssen. Bei den mWh ist das neue Modell ein klein wenig schlechter als der Vorgänger. Möglicherweise wollte man das mit der Angabe 4100, statt 4150 wie beim Vorgänger, suggerieren.

Im Vergleich zu den letzten 1,5V Akkutests ist der XTAR 4100 natürlich ein ganz ordentlicher Akku der im Wesentlichen hält was der Hersteller verspricht. Die Spannungslage und Effizienz konnten verbessert werden. Dennoch haben ältere Modelle von XTAR gezeigt, dass der Hersteller Akkus mit besseren Eigenschaften bauen kann. Da die XTAR Modelle die teuersten 1,5V Akkus am Markt sind, verstehe ich nicht warum der Rotstift angesetzt wird um die Herstellungskosten zu senken (Zelle mit geringerer Kapazität, ineffizienterer Ladetechnik). Für den Preis erwarte ich das beste Produkt am Markt, und keinen Kompromiss.

Man stelle sich vor, XTAR würde die 95% Entladeeffizienz des XTAR 2700, den effizienten Laderegler und die Zelle (1150mAh) des XTAR 4150, den wirksamen Schutz vor Tiefentladung des XTAR 3300 und die gute Spannungslage des XTAR 4100 nehmen und in einem Akku vereinen:




Dieser Akku würde 2600mAh bei durchgehend 1,5V erreichen + 100mAh bei 1,1V. Dieser Akku könnte 4000mWh abgeben und wäre mit weitem Abstand der beste 1,5V Akku am Markt. XTAR hat die Zelle, XTAR hat die Technik, XTAR hat das Know-How. Sie müssten es nur in einem Produkt vereinen …



Weiterführende Links:

Eine tabellarische Übersicht aller getesteten 1,5V Akkus findet ihr hier.

Die letzten Tests im Bereich der 1,5V Akkus: